Project Gutenberg's Parasiten der Honigbiene, by Dr. Eduard Assmuss

This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
almost no restrictions whatsoever.  You may copy it, give it away or
re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
with this eBook or online at www.gutenberg.org


Title: Parasiten der Honigbiene
       und die durch dieselben bedingten Krankheiten dieses Insects.

Author: Dr. Eduard Assmuss

Release Date: October 30, 2006 [EBook #19673]

Language: German

Character set encoding: ISO-8859-1

*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK PARASITEN DER HONIGBIENE ***




Produced by K.D. Thornton, Hagen von Eitzen, Markus Brenner,
Aganetha Dyck and the Online Distributed Proofreading Team
at http://www.pgdp.net







                                   DIE
                         PARASITEN DER HONIGBIENE
                                 und die
                  DURCH DIESELBEN BEDINGTEN KRANKHEITEN
                              DIESES INSECTS.

  Nach eigenen Erfahrungen und dem neuesten Standpunkt der Wissenschaft
                                   von
                           DR. EDUARD ASSMUSS,
         Verfasser von Naturgeschichte und Zucht der Honigbiene.

          =Mit 3 lithographirten Tafeln, 26 Figuren darstellend.=

                                  BERLIN.

                     =Verlag von Ernst Schotte & Co.=

                                   1865.






ERKLRUNG DER ABBILDUNGEN.


TAFEL I.

Fig. 1.  Primitivlarve von Melo cicatricosus.
Fig. 1a. Fhlhorn derselben.
Fig. 2.  Die zweite Larvenform von Melo cicatricosus, Leach.
Fig. 3.  Pseudochrysalide derselben Melospecies.
Fig. 4.  Nymphe derselben Melospecies.
Fig. 5.  Melo variegatus, Donovan. [weiblich][1]
Fig. 5a. Fhlhorn von Melo variegatus, Donovan.
Fig. 6.  Melo Proscarabaeus, Linn. [weiblich]
Fig. 6a. Mnnliches Fhlhorn derselben Species.
Fig. 6b. Weibliches Fhlhorn derselben Species.


TAFEL II.

Fig. 1.  Larve von Trichodes apiarius, Linn.
Fig. 1a. Fuss von derselben Larve.
Fig. 2.  Nymphe von Trichodes apiarius, Linn.
Fig. 3.  Trichodes apiarius, Linn.
Fig. 3a. Fhlhorn von Trichodes apiarius, Linn.
Fig. 4.  Larve von Phora incrassata, Meigen.
Fig. 5.  Puppe von Phora incrassata, Meigen.
Fig. 6.  Phora incrassata, Meigen.
Fig. 7.  Larve von Braula coeca, Nitsch.
Fig. 8.  Braula coeca, Nitsch.
Fig. 8a. Bein von Braula coeca, Nitsch.


TAFEL III.

Fig. 1.  Ein junger (Larve) Gordius subbifurcus, de Siebold.
Fig. 2.  Schwanzende eines mnnlichen Gordius subbifurcus, de Siebold.
Fig. 3.  Mermis albicans, de Siebold. (Natrliche Dicke.)
Fig. 4.  Schwanzende eines weiblichen Gordius subbifurcus, de Siebold.
Fig. 5.  Mucor mellitophorus, Hoffmann.




VORBEMERKUNG.


Unter Parasiten im eigentlichen Sinn ist jedes lebende Wesen (Thier,
Pflanze) zu verstehen, welches auf oder in einem anderen lebenden Wesen
vorkommt und von dessen Sften sich nhrt.

Unter Parasiten der Biene wrde man also alle diejenigen Thiere und
Pflanzen begreifen, welche auf oder in den lebenden Bienen oder ihren
Larven etc. vorkommen und aus ihren Sften Nahrung ziehen, darnach wre
also =Braula coeca=, welche auf der Biene lebt und sich von ihren Sften
nhrt, sowie =Mermis albicans=, die im Inneren der Biene sich aufhlt
und ihre Fettsubstanz verzehrt, Parasiten der Biene. Nicht so aber die
Larven der =Meloiden=, welche das Besteigen der Bienen gleichsam nur
als Medium benutzen, um in den Bienenbau zu gelangen, wo angekommen, sie
die Bienen verlassen, zunchst sich von Bieneneiern nhren und sodann vom
Bienenbrod leben.

Eine solche Lebensweise darf man, streng genommen, nicht mit der Benennung
Parasitismus belegen. Die Larve tritt im Stock zuerst als Raubthier auf,
indem sie ein Bienenei auffrisst, spter lebt sie von den eingesammelten
und zubereiteten Producten der Biene. Die zweite Lebensart dieses Thieres
sollte man besser zum Unterschiede vom eigentlichen Schmarotzen mit
Tellerleckerei bezeichnen.

Ebenso sind die Larven der Trichoden in dem angegebenen Sinne nicht als
Parasiten der Biene zu betrachten, sondern als Ruber, die der Bienenbrut
in den Zellen nachstellen. Kmen die Bienenlarven frei, nicht im Stocke
vor, so wrden auch sicherlich die Trichodeslarven ihnen im Freien
nachstellen, etwa wie die Larven der =Colosoma inquisitor= oder =Col.
sycophanta= den Raupen auf dem Boden und den Bumen nachjagen. Will man
aber die Trichodeslarven, was freilich geschieht, unter die Parasiten
rechnen, so msste man mit demselben Recht auch die Colosoma und berhaupt
auch die Carabicidenlarven, wie auch selbst ihre Imagines unter die
Parasiten aufnehmen. Dann wrde sich aber der Begriff Parasit auf die
meisten Thiere ausdehnen, z. B. der Analogie nach wre man berechtigt den
Lwen, die Fischotter u. s. w., mit einem Wort alle carnivoren und
insectivoren Raubthiere als Thierparasiten zu betrachten, die
Pflanzenfresser aber, welche sich von lebenden Pflanzen ernhren, fr
Pflanzenschmarotzer erklren. Es ist aber noch Niemanden eingefallen, diese
Thiere fr Parasiten auszugeben.

Wenn ich also die Melo- und die Trichodeslarven hier unter den Parasiten
auffhre, so geschieht dies theils, weil ausgezeichnete zoologische
Autoritten diese Thiere nach wie vor als Parasiten betrachten, theils weil
sie Krankheitserscheinungen der Bienen bedingen und in dieser Schrift
gerade diese berhrt werden.

Die Parasiten werden eingetheilt in Ectoparasiten (ussere Schmarotzer),
die also aussen auf einem Wesen und in Endo- oder Entoparasiten (innere
Schmarotzer), welche im Innern eines Wesens vorkommen. Ferner werden sie
noch unterschieden als temporre oder Gelegenheitsschmarotzer, welche nur
zeitweise ihre Opfer besuchen, um sich an ihren Sften zu sttigen, wie
z. B. Flhe, Mcken etc. und als stationre, welche ihren Wirth lngere
Zeit oder sogar durch's ganze Leben bewohnen. Demnach theilt man die
stationren Parasiten in zwei Formen, in lebenslngliche und periodische,
je nachdem die Schmarotzer ihr ganzes Leben hindurch in oder auf ihrem
Wirth vorkommen, oder bei ihm nur so lange anwesend sind, bis sie ihre
Geschlechtsreife erlangt oder ihre Jugendform abgeworfen haben und sodann
wieder auswandern.

Die Zahl der thierischen Parasiten unserer Honigbiene, ist im Vergleich zu
den einiger anderen Bienenarten, z. B. der Hummeln, nicht grade gross zu
nennen. Wenn wir Trichodes und Melo ausschliessen, so bleiben blos vier
Genera mit einer Species brig, nmlich Phora incrassata, Braula coeca,
Gordius subbifurcus und Mermis albicans, die bisher parasitisch in oder auf
der Honigbiene beobachtet wurden.[2] Alle brigen bis jetzt bei den Bienen
angetroffenen Gliederthiere, wie z. B. die Raupen der Wachsmotten, die
Larven des Speckkfers u. s. w. sind keine Parasiten. Ebenso auch die
Bienenbrod- oder Pollenmilbe ist kein Schmarotzer, da sie nicht aus dem
Krper der Biene ihre Nahrung zieht, sondern sich von Pollen nhrt. Gamasus
Coleoptratorum Linn., die auf Hummeln und Kfern hufig vorkommende Milbe,
ist durchaus kein Parasit der Biene, da dieses Thier sich nur zufllig auf
eine Biene verirrt, dieselbe auch schleunigst wieder zu verlassen sucht.

Zweifelhafte Schmarotzer (in dem allgemein angenommenen Sinne) der
Honigbiene sind die Larven von Trichodes alvearius Fabr., welche in den
Nestern der Mauerbiene sehr hufig vorkommen und vielleicht auch, da die
Larven seines Verwandten (Trich. apiarius Linn.) in Bienenstcken
anzutreffen sind, auch unsere Honigbiene belstigen, und die Larven von
Serropalpus barbatus Schall., eines zur Familie der Melandryadae gehrenden
Kfers.[3]

Es lsst nun kaum einen Zweifel brig, dass man in der Folge noch mehr
Parasiten an diesem Hymenopteron entdecken wird. So z. B. drfte man leicht
vermuthen, dass auch Gordius aquaticus und Mermis nigrescens, welche ja
ohne Unterschied in den verschiedensten Insecten aller Ordnungen vorkommen,
auch die Honigbiene nicht ausschliessen werden.

Von den vier oben angefhrten Schmarotzern gehren die beiden ersteren zu
der Ordnung der Zweiflgler und die beiden letzteren zu der Ordnung der
Saitenwrmer. Nur ein Schmarotzer, Braula coeca lebt als Ectoparasit und
zwar als ein stationrer lebenslnglicher -- um mich der Eintheilung
Leuckarts zu bedienen.[4] -- Die brigen drei, Phora incrassata, Gordius
subbifurcus und Mermis albicans sind Endoparasiten und zwar periodisch
stationre.

Dass ich in den Abbildungen, die Larven von Melo cicatricosus in allen
ihren Stadien aufgenommen habe, welches Insect noch gar nicht an der
Honigbiene beobachtet wurde, darf man mir nicht verargen; denn von Melo
variegatus und M. Proscarabaeus htte ich doch nur so zu sagen Fragmente
liefern knnen, da die weiteren Verwandlungsformen dieser beiden
Melospecies noch nicht bekannt sind. Da sich aber die Primitivlarven des
Genus Melo so sehr unter einander gleichen, so darf man annehmen, dass
auch die weiteren Verwandlungsformen, die zweite Larvenform, die
Pseudochrysalide, die dritte Larvenform -- welche letztere ich jedoch, da
sie der zweiten Larvenform gleicht, nicht abgebildet habe -- und die Nymphe
der brigen Melon mit denen der Melo cicatricosus bereinstimmen werden.
Nur so konnte ich also alle Verwandlungsstadien dieses Kfergeschlechts
abbilden.

Smmtliche Abbildungen sind stark vergrssert. Die Trichodeslarve und
Nymphe, die Phoralarve und Puppe, so wie die Larve von Braula und Mermis
albicans sind von mir selbst entworfen. Die brigen Figuren sind aus den
Arbeiten der Herren: =Newport=, =Fabre=, =Brand-Ratzeburg=, =Meigen=,
=Zenker=, =Meissner= und =Leuckart= entlehnt.

=Leipzig=, im Mrz 1865.

Der Verfasser.




ARTHROPODA. GLIEDERTHIERE.

CLASSE. INSECTA. KERFE.

ORDNUNG. COLEOPTERA. KFER.

     (=Eleutherata= _Fabricius_.)


FAMILIE. CLERIDAE, _Westwood_. PFAFFENKFER.


  Westwood, Descriptions of new species of Cleridae etc. (Proceed Zoolog.
     soc. of London, 1852 pag. 34, 1856 pag. 19. -- Clerides, Latreille,
     Genera Crustaceorum et Insectorum, Tom. I. pag. 269.


=Characteristik=. Meist mittelgrosse, oder auch kleinere, bunt gefrbte --
roth, blau, metallischglnzend -- Kfer von schlankem, fast walzenfrmigem,
eingeschnrtem, ziemlich weichhutigem -- jedoch nicht so weichem, wie bei
den Malacodermen -- mehr oder minder dicht behaartem Krperbau. Der Kopf
ist gross von Breite des Halsschildes, aus diesem mehr oder weniger
hervortretend, mit von der Stirn getrenntem Kopfschilde und deutlicher
Oberlippe, krftigen, scharfspitzigen, am Innenrande grsstentheils
gezahnten und mit einem membransen, am Rande gefranzten Saume versehenen
Oberkiefern. Unterkiefer mit zwei, vorn gefranzten Laden. Kiefertaster
viergliedrig, mit meist beilfrmigem, oft auch langovalem, am Ende
zugespitztem oder cylindrischem Endgliede. Kinn viereckig. Die Zunge theils
hutig, theils hornig, der vordere Theil in zwei rundliche Lappen
erweitert, am Vorderrande flach ausgebuchtet und gefranzt. Die Nebenzungen
durch schrge, gefranzte Leisten sehr wahrnehmbar angedeutet. Lippentaster
dreigliedrig, das Endglied oft beilfrmig und nicht selten lnger als die
Kiefertastern. Die Fhler vor den Augen, an der Seite der Stirn
entspringend, elfgliederig, die ersten Glieder rundlich oder verkehrt
konisch, die folgenden mehr oder weniger gesgt, die Endglieder oft eine
Keule bildend, deren letztes Glied hufig sehr betrchtlich verdickt ist.
Die Augen innen ausgerandet, ungleich facettirt und gekmmt, grber und
feiner.

Das Halsschild cylindrisch, grsstentheils nach hinten verschmlert, von
dem Grunde mehr oder weniger eingeschnrt, am Grunde meist schmler als die
Flgeldecken. Die Unterseite der Vorderbrust wird aus den umgeschlagenen
Rndern des Halsschildrckens und der Vorderbrust, die mit ihm mehr oder
weniger stark verschmolzen ist, gebildet. Gelenkgruben der Vorderhften
hinten weit geffnet. Das Sternum, die Episternen und Epimeren der
Mittelbrust deutlich geschieden. Die Episternen der Hinterbrust lang, nach
hinten ein wenig verschmlert, die Epimeren von dem Flgeldeckrande
bedeckt.

Die Flgeldecken den Hinterleib vollstndig umfassend. Vorderhften
cylindrisch-konisch, ein wenig hervortretend, die mittleren krzer fast
kuglig, beide meist mit mehr oder minder getrennten Gelenkschienen.
Hinterhften quer tief eingesenkt, von den Schenkeln bedeckt. Tarsen fnf-
oder viergliederig mit hutigen Haftlppchen versehen.

Hinterleib aus fnf bis sechs Bauch- und acht Rckenringen bestehend.

Die Larven sind langgestreckt, niedergedrckt, mit Einschluss des Kopfes
dreizehnringelig, meist fleischig, gelb oder heller oder dunkler roth
gefrbt, mit hornigem, horizontal vorgestrecktem, abgeflachtem Kopf,
grosser Hornplatte auf dem Vorderrcken und je zwei kleinen auf dem Mittel-
und Hinterbrustringe. Am Hinterleibe der letzte Ring, Afterring, oben mit
hornigem Schilde versehen, gegabelt. Der After zapfenfrmig als
Nachschieber vorragend. Luftlcher neun Paar vorhanden, acht an den Seiten
der acht ersten Hinterleibsringe, das neunte auf der Unterseite des
Mittelbrustringes.

Oberlippe vorgestreckt, krzer als breit, vorn ausgebuchtet. Oberkiefer
ziemlich kurz aber krftig und scharf mit sichelfrmig gebogener Spitze.
Unterkiefer mit dem Kinn verwachsen, dicht neben der Unterlippe eingelenkt
mit dreigliedrigen Tastern. Lippentaster zweigliedrig. Fhler kurz,
unmittelbar ber der Einlenkung der Oberkiefer entspringend, viergliederig.
Nebenaugen jederseits fnf in zwei Reihen, die vordern aus drei, die
hintern aus zwei bestehend. Beine ziemlich kurz oder auch ansehnlich
(Trichodes), aus drei Gliedern bestehend, einklauig.

=Lebensweise=. Die Kfer trifft man auf Blumen oder geschlagenem altem
Holze, an morschen Baumstmmen, manche auch an Cadavern. Sie fressen die
Antheren der Blthen, doch drfte ihre Hauptnahrung aus animalischer Kost
bestehen, wenigstens habe ich Trichodes apiarius auf Doldengewchsen
beobachtet, wie er eine Syrphuslarve erfasste und dieselbe ausweidete. Vom
Genus Clerus ist es schon lngst bekannt, dass seine Reprsentanten den
verschiedenen Insecten, vorzglich den Holzinsecten nachstellen.[5]
Corynetes ruficollis traf ich auch an todten Schnecken.

Die Larven dieser Kfer leben grsstentheils unter der Rinde der Bume, in
morschem Holz, wo sie in den Gngen der Larven anderer Insecten, diesen
nachstellen und sie verzehren. Einige von ihnen leben in den Nestern von
Bienen, deren Brut sie fressen. Noch andere nhren sich von Aas.

=Geographische Verbreitung und Artenzahl=. Die Familie der Cleriden umfasst
gegen 500 verschiedene Arten[6] und ist in allen Welttheilen und Zonen
verbreitet, besonders artenreich in den Tropen, namentlich Americas, in
welchem Welttheil fast die Hlfte der bekannten Arten vorkommt. Europa[7]
zhlt 40 gute Arten, von denen die deutsche Fauna 11 Species mit einigen
Varietten umfasst.[8]


GENUS. TRICHODES _Herbst_. IMMENKFER.


  Herbst, Natursystem etc. Kfer, IV. pag. 154.


=Characteristik=. Mittelgrosse, in der Grsse einer und derselben Art sehr
variirende, meist dunkelblaue oder ins grnliche ziehende Kfer mit rothen,
blau gebnderten, oder auch umgekehrt mit blauen, roth gebnderten
Flgeldecken. Oberlippe fast viereckig. Oberkiefer an der Spitze
dreizahnig. Unterkiefer mit zwei gefranzten Laden und fadenfrmigen
Lippentastern. Kiefertaster mit verlngertem Endgliede. Kinn schmal. Zunge
vorn verbreitert, an jeder Seite rundlich erweitert, am Vorderrande
ausgebuchtet. Lippentaster etwas grsser als die Unterkiefer, mit verkehrt
dreieckigem Endgliede. Fhler ziemlich kurz mit dreigliedriger,
dreieckiger, plattgedrckter Keule. Augen stark dreieckig ausgerandet.
Halsschild cylindrisch, nach hinten verengt. Flgeldecken verlngert,
gleich breit, niedergedrckt. Beine stark, Fsse fnfgliederig, das erste
Glied sehr verkrzt, kaum sichtbar. Die folgenden, ausgenommen das
Endglied, mit breiten Hautsohlen versehen. Letztes Glied das lngste, so
lang als die brigen zusammengenommen.

Die Larven, welche man nur von zwei Arten, Trichodes apiarius und Trichodes
alvearius kennt, stimmen mit den schon bei der Characteristik der Familie
erwhnten Merkmalen berein, sie sind von Frbung rosenroth und weniger
schlank, als die des Genus Clerus und Tillus.

=Lebensweise=. Die Kfer trifft man meist auf Umbelliferen und Spiraeaceen,
wo sie sich von den Antheren dieser Blthen, hauptschlich aber, wie schon
erwhnt, vom Raube anderer Insecten, denen sie auf diesen Blthen
nachstellen, nhren.

Ihre Larven leben in den Nestern verschiedener Bienenarten (Osmia,
Megachile, Apis) nnd nhren sich daselbst von den Bienenlarven und Nymphen.
Uebrigens scheint es, als ob sie, wenigstens die Larven von Trichodes
apiarius, es mit der Systematik nicht so genau nehmen, sondern auch Larven,
die gar nicht zur Familie der Bienen gehren und von diesen sich weit
entfernen, fressen. Nach meiner Beobachtung leben die Larven des Trichodes
apiarius auch im Holze in den Gngen der Sirexlarven, denen sie
nachstellen, und die sie, namentlich die jngeren Sirexlarven verzehren[9].
Versuche, die ich mit eingesperrten Trichodeslarven anstellte, bewiesen
jedoch, dass nicht jede Insectenlarve von ihnen verzehrt wird, wie es etwa
die meisten Carabidenlarven thun.

So gab ich meinen Larven von Trichodes apiarius kleine Larven von Nematus
salicis, welche sie unberhrt liessen. Desgleichen wurden kleine Raupen von
Plusia gamma nicht verzehrt. Dagegen frassen sie sehr gern Aphis pruni,
ferner weideten sie todte Arbeitsbienen aus.


TRICHODES APIARIUS, _Linn_. GEMEINER IMMENKFER.

     (Bienenkfer.) Taf. II. Fig. 1-3.


  Herbst, Natursyst. etc. Kfer, IV. pag. 156. 1. Taf. 41. Fig. 11. --
     Fabr. Syst. Eleuth. Tom. I. pag. 284. 6. -- Schnh. syst. insect. Tom.
     II. pag. 48. 6. -- Sturm, Deutschl. Faun. XI. Bd. pag. 24. -- Klug,
     Clerii, pag. 74. 2. -- Spinola, Essai monograph. sur les Clrites,
     Tom. I. pag. 305. 7. -- Erichs. Ins. Deutschl. Bd. IV. Bearb. v. v.
     Kiesenw. pag. 689. 3.

  Attelabus apiarius Linn, syst. natur. I. II. pag. 260. 10. -- Clerus
     apiarius Illig. Kf. Preuss. Tom. I. pag. 283. 3. -- Oliv. Entom. Tom.
     IV. 76. pl. 7. 4. Taf. I. Fig. 4. -- Panz. Faun. German. pag. 31. 13.
     -- Rossi, Faun. Etrusc. Tom. I. pag. 138. 353.

  Die Larve: Swammerdam, Bibel der Natur, pag. 210. Taf. 26. Fig. III. a,
     b, c. -- Raumur, Mm. etc. IV. III. Tab. 8 (sub nomine Trich. alveari
     us.)


=Characteristik=. Glnzend schwarzblau, dicht punktirt, rauhhaarig,
Flgeldecken nach hinten etwas erweitert, grob punktirt, hochroth mit
dunkelblauer Spitze und zwei solchen Binden, die sich bald stark
ausbreiten, bald verschmlern, oder die erste Binde lst sich in einzelnen
Flecken auf und ist in seltenen Fllen gar nicht vorhanden. -- Lnge 5 bis
6''', Breite 1,76 bis 2,5.

Die Larven (Taf. II. Fig. 1.) sind rosenroth mit einzeln stehenden braunen
Hrchen besetzt. Kopf, Thoracalschilde, Beine und Nachschieber brunlich.
-- Lnge 6 bis 7''', Breite 1,25''',

Die Nymphe (Taf. II. Fig. 2) ist gelblich-weiss, auf dem Kopf, Rumpf und
der Rckseite des Hinterleibes mit feinen, langen, gelblich rothen Hrchen
besetzt. Am letzten Leibesringe befinden sich zwei aufwrts gekrmmte
fleischige Afterstachel. -- Lnge 5''', Breite 1,75'''.

=Lebensweise=. Die Kfer findet man im Mai und Juni, in Russland -- dem
nrdlichen und mittleren -- auch noch im Juli, auf verschiedenen Blumen,
besonders Umbelliferen, Spiraeaceen und auch Compositen, oft ziemlich
hufig.

Was nun den Parasitismus der Larven in Bienenstcken anlangt, so trifft man
sie in Russland von Juli bis zum Mai des nchsten Jahres auf dem Boden
unreinlich gehaltener Klotzbauten, wo sie sich wie die Ohrwrmer und
Wachsmottenraupen in den Spalten verborgen halten und gelegentlich aus
ihnen hervorkommen, um die von den Arbeitsbienen auf den Boden
heruntergeworfenen halbtodten oder todten Bienen, sowie Bienenlarven und
Bienennymphen zu fressen. Die Bienen und Bienennymphen weiden sie nur aus,
die Bienenlarven aber verzehren sie gnzlich. Ein weiteres Heraufkriechen
in den Bienenbau, um etwa dort der Bienenbrut nachzustellen, habe ich an
ihnen nicht beobachten knnen, bezweifle aber durchaus nicht, dass es
geschehen knnte, wenn ein Stock schwach ist und seinen Bau nicht
hinreichend belagert. Ist die Trichodeslarve aber einmal im Bau der Bienen
in eine Bruttafel gelangt, dann mchten wohl die Bienen die Larve
schwerlich herausholen. Denn, nachdem die Larve sich in eine verdeckelte
Brutzelle hineingebissen hat, so bohrt sie sich gleich weiter seitwrts
lngs den Zellenbden in die Brut hinein und macht frmliche Gnge nach
allen Richtungen, jedoch ohne etwa erst eine Bienennymphe zu verzehren,
sondern presst sich unter die Bienennymphen, ohne sie zu verletzen
hindurch, und beginnt erst ihren Frass im Centrum. So verfuhren die Larven,
die ich einem kleinen Ablegerchen aus einer Brutwabe und ein Paar hundert
Bienen bestehend, gab.

Die Kfer legen ihre Eier wahrscheinlich aussen in die Fugen und Ritzen der
Bienenstcke und bei schwachen Stcken auch wohl in's Innere derselben.
Wenigstens traf ich im Juli vorvorigen Jahres (1863) einen Trichodes
apiarius in einem jungen volkarmen Stock auf dem Bodenbrett, woselbst sich
auch im Gemll vier gelbliche kugelrunde Eier von der Grsse eines
Mohnkornes fanden. Die Eier gelangten leider nicht zur Entwickelung,
sondern schrumpften ein und vertrockneten, wodurch es allerdings unerwiesen
blieb, ob die Eier wirklich dem erwhnten Kfer gehrten. Eine Section des
Kfers gab auch keinen Aufschluss, da der Eierstock nur unentwickelte
Eikeime enthielt. Allein ich glaube es deswegen annehmen zu drfen, dass
die Eier ihm gehrten, weil der Kfer doch eigentlich im Bienenstocke
nichts zu suchen hatte, als eben seine Brut an einen passenden Ort
unterzubringen. Wenn die Larven aus den Eiern geschlpft sind, begeben sie
sich hchst wahrscheinlich, wenn es die Verhltnisse des Stockes erlauben,
d. h. wenn der Stock nicht etwa krftig genug ist und den fremden Thieren
den Zutritt verwehrt, sehr bald in die Brutzellen, um daselbst ihre Wohnung
aufzuschlagen. Ich hatte kleine Larven von etwas ber eine Linie Lnge, die
gewiss vor Kurzem erst aus den Eiern gekrochen sein mochten, welche aber,
als ich ihnen ein Stck von einer Bienenbrutwabe ins Glas gab, sich
sogleich, wie schon oben erwhnt, in die Brutzellen einbohrten.

Die Larven verlassen, sobald keine Brut mehr im Stocke ist, den Wachsbau
und verkriechen sich in die Spalten und Fugen des Stockes, wo sie
berwintern. Im April fangen sie wieder mit dem Frasse an, was sie bis in
den Mai fortsetzen, zu welcher Zeit sie ausgewachsen sind. Jetzt begeben
sie sich zur Verwandlung in die Erde, woselbst sie sich eine inwendig
glatte Hhle, die sie mit einem Gespinnst austapeziren, machen und nach
drei oder vier Tagen in eine Nymphe verwandeln, an der man sogleich einen
Cleriden erkennt. Nach 35 oder schon nach 30 Tagen entwickelt sich der
anfangs nur gelbliche Kfer.

Es scheinen aber auch manche Larven schon im nmlichen Jahre im September
sich zu verpuppen und als Puppen zu berwintern, in welchem Falle dann der
Kfer im Mai erscheint. So verpuppten sich bei mir die schon erwachsenen
Larven, welche ich in Baumstmmen in den Gngen der Sirexlarven fand, im
September desselben Jahres. Wie daher bei Swammerdam l. c. die Nymphen so
lange Zeit brauchten, ehe sie sich zum vollkommenen Insekt entwickelten --
er giebt ein volles Jahr fr die Nymphenruhe an -- ist mir nicht klar.

=Apistische Bedeutung=. Im Ganzen genommen scheinen die Trichodeslarven den
Bienenstcken nicht viel oder berhaupt nur den schwachen Vlkern, die
ihnen den Zugang nicht versperren, zu schaden. Nur wenn sie in grosser Zahl
in einem Stock und zwar im Brutnest sich einfinden, knnen sie den Stock
durch die Gnge, die sie machen, wobei jede Larve allerdings hundert und
mehr Brutzellen an der Seite dicht am Boden aufreisst, schwchen und ihm
viel Arbeit verursachen, weil die verdeckelten Bienennympfen, wenn die
Wandungen der Zellen, in welchen sie liegen, von den Trichodeslarven
aufgebissen werden, absterben und so Veranlassung zu der sogenannten nicht
ansteckenden Faulbrut geben knnen.

Uebrigens ist der Kfer gerade nicht so sehr hufig und seine Brut ist ja,
wie aus dem frheren ersichtlich, nicht allein auf die Honigbiene, sondern
und was noch hufiger der Fall ist, auf andere Bienen und Hymenopteren
angewiesen.

Dagegen scheinen die Trichodeslarven in Frankreich in den Bienenstcken
hufiger vorzukommen, wenigstens erwhnt Perris (Annales de la socit
entomologique de France, 3. Srie 1854. II. pag. 619), dass die Larven von
den Bienenzchtern daselbst gekannt seien und als vers rouges bezeichnet
werden.[10]

=Prophylaxis=. Ein rationeller Bienenzchter, der die Bienenzucht in
Stcken mit beweglichem Wabenbau betreibt, wird wohl schwerlich je von
diesem Insekt Nachtheile verspren, da er es gar nicht im Stocke aufkommen
lassen wird. Das hufige Auskehren der Stcke, das Reinhalten von Gemll
und dergleichen ist das beste Vorbeugungsmittel.


FAMILIE. VESICANTIA _Mulsant_. BLASENZIEHKFER.

     (Cantharidiae _Latreille_.)


  Mulsant, Histoire naturelle des Colopteres de France. Vesicantes.


=Characteristik=. Mittelgrosse bis grssere, grn, blau, schwarz, meist
metallisch glnzende, oft auch bunt gefrbte Kfer von weichem hutigem
Krperbau.

Der Kopf ist gross, meist breiter als das Halsschild, gesenkt, herzfrmig
oder dreiseitig, hinter den Augen verlngert und erweitert, dann stark
halsartig verengt. Oberkiefer einfach zugespitzt. Unterkiefer mit hornigen
Laden, die inneren oft schwindend. Kiefertaster fadenfrmig, das letzte
Glied kaum etwas dicker, rund oder abgerundet. Endglied der Lippentaster
verbreitert, abgestutzt. Fhler meist elf-, seltener acht- bis
zehngliederig, fadenfrmig oder schnurfrmig, oder auch kurz und kolbig.
Augen grsstentheils quer, manchmal ausgerandet.

Halsschild cylindrisch rundlich oder viereckig nach hinten gewhnlich
verbreitert, schmler als die Flgeldecken. Schildchen bei einigen fehlend.
Metathorax verlngert, seltener sehr kurz. Die Flgeldecken biegsam, hufig
den Krper nicht ganz bedeckend, bei einigen sogar verkrzt, von einander
abstehend und sodann die Hinterflgel fehlend.

Vorderhften sehr gross, zapfenfrmig abwrts stehend. Mittelhften von den
hinteren meist entfernt, seltener die hinteren bedeckend. Hinterhften
einander genhert. Fussglieder heteromer, meist ungetheilt. Klauen
gespalten.

Hinterleib mit sechs bis sieben freien Bauchringen.

In anatomischer Hinsicht ist aus der Familie der Vesicantien das Genus
Melo, Lytta und Mylabris ziemlich erschpfend untersucht worden. Melo
besonders von Brandt und Ratzeburg,[11] Newport[12] und in neuester Zeit
auch noch von Leydig.[13] Alle drei Genera dieser Familie stimmen im
Wesentlichen mit einander berein, so dass man die Gattung Melo in dieser
Beziehung als den Grundtypus betrachten kann.

Vom Nervensystem ist vorzugsweise zu erwhnen, dass die Lobi optici sich
vom Gehirn deutlich abschnren und einige dunkelviolette (wenigstens bei
Melo) Pygmentflecke wahrnehmen lassen, sonst ist das Neurilemm
rthlichgelb (Melo) gefrbt. Thoracalganglien sind drei vorhanden, breiter
als lang, aus den Lngscommissuren zwischen dem ersten und zweiten Knoten
verluft jederseits ein Seitennerv. Vom dritten Knoten gehen zwei strkere
und acht schwchere Seitennerven ab, ausserdem aber noch ein
Nervengeflecht, welches Leydig a. a. O. pag. 287. als ein sympathisches
auffasst. Abdominalganglien vier, lnglich oval, das letzte das grsste,
lnglich, hinten abgerundet. Die Commissuren zwischen ihnen sehr lang. Aus
den drei vorderen Abdominalganglien zwei sich bereinander deckende
Seitennerven entspringend. Ein sympathisches mediales Ganglion erscheint
als ein gestieltes Beutelchen am Vorderrande des zweiten Bauchganglions
zwischen den beiden Lngscommissuren. Die sympathischen Seitenganglien sind
weissgrau.

Circulations- und Respirationssystem zeigt bei den Vesicantien keine
besonders wesentlichen Unterschiede von den Coleopteren berhaupt.

Die Speiserhre ist kurz, erweitert sich nach hinten und lsst innen eine
mehr oder weniger deutliche Abschnrung durch die Cardia, eine Art
Vormagen, wahrnehmen und deutliche Lngsfalten erkennen. Der Magen ist
gross, lnglich, cylindrisch, innen quer gerunzelt mit Spuren von Zotten,
von dem engeren Darm mehr oder weniger deutlich abgegesetzt. Der Darm macht
drei Biegungen und hat an der zweiten Krmmung vier Malpighische Gefsse.
Der Mastdarm ist deutlich abgeschnrt.

Die Ovarien sind beeren- oder traubenfrmig, die Eirhren sehr zahlreich
und zhlen beim befruchteten Weibchen mehrere Tausend Eier. Samentasche mit
einem Nebenblschen. Eine Anhangsdrse. Die paarigen Hoden sind rundlich
mit dnnem, sehr langen Samenausfhrungsgange und drei paarigen in den
Ductus ejaculatorius mndenden schlauchfrmigen Glandulae accessoriae, von
denen das eine Paar besonders lang und vielfach geschlngelt erscheint, die
andern bedeutend krzer sind. Der Ductus ejaculatorius ist hinten mehrmals
geschlngelt.

Die Larven der Vesicantien sind ausser von Melo noch von Cantharis, Apalus
und Sitaris bekannt und stimmen in der Bildung und Lebensweise mit einander
sehr berein. Sie sind in der Jugend von hornigem langestrecktem,
plattgedrcktem Krperbau und scharfen Kiefern, dreigliedrigen mit einer
langen Endborste versehenen Fhlern, zwei bis vier Ocellen, einem Paar weit
ausgespreizten halbkrperlangen Beinen, einem Paar Nachschieber und langen
vom Endsegment entspringenden Borsten, die ihnen zum Springen dienen.
Spter erscheinen sie dick, walzig, weichhutig und mehr oder weniger den
Larven der Lamellicornien hnlich.

=Lebensweise=. Die Familie der Vesicantien ist phytophag, man trifft die
Kfer auf verschiedenen kruterartigen Gewchsen, weniger auf Bumen,
Struchern. Sie nhren sich meist von Blttern, manche auch von den
Antheren der Blthen (Mylabris und Cerocoma traf ich hufig auf den Blthen
der Labiaten und Umbelliferen, sowie Spiraeaceen, deren Staubbeutel sie
abnagten). Ihre Erscheinungszeit ist sehr verschieden, einige trifft man
mehr und sogar nur im Vorsommer, andere mehr im Sptsommer bis in den
Herbst. Manche von ihnen erscheinen oft in grosser Menge, andere und zwar
der weit grsste Theil kommt nur vereinzelt vor. Die meisten von ihnen
enthalten einen sehr scharfen, blasenziehenden Stoff, welcher aus
Cantharidin besteht und der bei einigen aus den Gelenken der Beine als ein
gelber Saft bei der Berhrung hervortritt.

Die Kfer sind meist harmlose Thierchen, die nichts schaden, vielmehr
erweisen sich viele von ihnen dem Menschen durch ihre blasenziehende und
andere Eigenschaften als hchst ntzlich und werden daher in der Officin
gebraucht, so namentlich in Europa das Genus Cantharis[14], so wie Melo,
letztere freilich schon obsolet, in neuester Zeit aber wieder in Aufnahme
kommend.[15] Nur die Larven einiger Arten ben durch ihren
gelegenheitlichen Aufenthalt auf den Bienen, namentlich die der Melo auch
auf der Honigbiene, einen nachtheiligen Einfluss auf diese und schaden
dadurch auch dem Menschen.

Zum Ablegen ihrer zahlreichen Eier graben die Weibchen entweder ein Loch an
einer beliebigen Stelle in die Erde, gewhnlich dicht an der Wurzel einer
Pflanze, legen die Eier in dasselbe klumpenweise ab und decken sie mit Erde
zu, oder sie legen die Eier in unmittelbare Nhe von Bienenstcken. Im
ersteren Falle begeben sich die ausgeschlpften sehr munteren Larven
sogleich nach dem Auskriechen aus dem Ei schaarenweise oder in grsseren
Partien auf die verschiedensten in ihrer Nhe sich befindenden Blthen der
niederen Pflanzen, vorzglich Compositen, Ranunculaceen, Papilionaceen und
Labiaten, wo sie auf die Bienen, in den Blthen versteckt, harren. Setzt
sich eine Biene auf die mit den Larven behafteten Blthen, um Honig oder
Blumenstaub einzusammeln, so suchen sie flugs die Biene zu erklimmen, um
sich auf ihrem Thorax festzusetzen, oder sie bohren sich gar zwischen ihre
Ringe oder Gelenke ein und lassen sich so von der Biene in den Bienenbau
schleppen[16]. Im Bienenbau angekommen, verlassen sie die Biene. Im andern
Fall begeben sich die ausgekrochenen Larven direct in das Bienennest. Hier
besteht ihre erste Nahrung aus einem Bienenei. Hat die Larve ein Bienenei
verzehrt, so hutet sie sich, wobei sie ihre frhere paradoxe Gestalt
verliert und wie oben schon angegeben, ein engerlingartiges Aussehen
bekommt. Von nun an lebt sie in dem Bienenstock, bis zu ihrer Verpuppung
als Tellerlecker von Pollen und Honig (Bienenbrod) der Bienen.

Es entsteht aber aus dieser zweiten Larvenform, indem die Haut sich abhebt,
jedoch ohne zu bersten, innerhalb derselben, eine Art horniger Puppenform
ohne alle Bewegungsorgane, welche Fabre[17] als Pseudochrysalide bezeichnet
und die wie die Nymphe gar keine Nahrung zu sich nimmt und in Ruhe
verharrt. Nach einiger Zeit hebt sich die Hornhaut abermals ab und es geht
als dritte Larvenform eine wiederum weichhutige, der zweiten Larvenform
sehr hnliche ebenso vom Bienenbrod sich nhrende Larve hervor, die sich
endlich in eine wirkliche Nymphe verwandelt, aus der der Kfer hervorgeht.
Es macht also die Larve, ehe sie sich zur echten Nymphe verwandelt, vier
Formen durch und zwar drei als Larve und eine als Pseudochrysalide. Diesen
merkwrdigen Verwandlungsgang, der bis jetzt bei keinem anderen Insect,
ausser dieser Kferfamilie beobachtet wurde[18], sah sich Fabre a. a. O.
pag. 364. veranlasst, mit dem Namen Hypermetamorphosis zu benennen.

=Geographische Verbreitung und Artenzahl=. Die Familie ist in allen
Welttheilen reprsentirt und besonders zahlreich in den wrmeren Gegenden.
Europa zhlt 103[19] verschiedene Arten mit vielen Varietten. Auf
Deutschland kommen aber nur 21 Species.[20]


GENUS. MELO _Linn_. OELKFER.

     (Maiwurm.)


  Linn, systema naturae. Tom. II. pag. 696.


=Characteristik=. Ziemlich grosse, dicke ungeflgelte mit verkrzten
Flgeldecken versehenen Kfer von dunkler, metallisch schillernder Farbe.

Der Kopf breiter als das Halsschild, dreieckig. Endglied der Kiefertaster
eifrmig. Fhler elfgliedrig, schnurfrmig, beim Mnnchen lnger und oft
durch ein grsseres Glied in der Mitte unregelmssig. Augen quer
nierenfrmig.

Das Halsschild klein, rundlich oder viereckig, nach hinten nicht
verbreitert; Schildchen fehlend. Metathorax sehr kurz, Flgeldecken
verkrzt, zuweilen jedoch so lang, oder auch etwas lnger als der
Hinterleib, abgerundet, vorn breit, an der Basis sich gegenseitig deckend,
nach den Enden zu allmlig divergirend, grsstentheils runzelig. Flgel
fehlend. Beine ziemlich kurz, stark, zusammengedrckt; Mittelhften die
hinteren bedeckend. Schienen gegen die Spitzen dreieckig erweitert;
Klauenhlften gleich lang.

Hinterleib im Umriss lnglich oval, oft wurmfrmig, dick, weich aus sechs
Ventralringen zusammengesetzt.

Die Larven der Melo sind in ihrer Jugendform von mehreren Arten schon seit
lange bekannt[21] und von manchen Naturforschern irrtthmlich als ein
eignes Genus und gute Arten in das Thiersystem eingefhrt worden.[22] Ihre
weiteren Verwandlungsformen kennt man jedoch nur von Melo cicatricosus,
dessen Naturgeschichte vornehmlich Newport[23] und Fabre[24] monographisch
abgehandelt haben. Die Primitivlarven sind, wie schon bei der Familie der
Vesicantien berhaupt geschildert, von horniger Consistenz, langgestreckt,
plattgedrckt, dreinzehnringelig, mit scharfen gebogenen Oberkiefern,
dreigliedrigen, das Endglied mit einer langen Borste versehenen Fhlern,
zwei Ocellen, weit ausgespreizten mit scharfen Krallen besetzten Beinen und
vier langen vom Endsegment entspringenden Borsten. (Vergl. Taf. I. Fig. 1.)

Der Kopf ist breit, flachgedrckt, mit gerundetem Vorderrande. Oberkiefer
schlank, fast halbmondfrmig gebogen, zugespitzt. Unterkiefer dick, mit
dreigliedrigen Tastern. Fhler dreigliedrig, die zwei ersten Glieder dick,
das Endglied dnner mit langer Borste. Augen (Ocellen) jederseits eins,
hinter den Fhlerwurzeln liegend, hervorragend, gross, rund.

Die drei Brustringe sind quatratisch, oben und an den Seiten mit nach
rckwrts gerichteten Borsten besetzt. Beine weit ausgespreitzt; Hften
krftig, kurz. Schenkelring deutlich ausgebildet; Schenkel krftig;
Schienen lang, schlank; die Fsse mit lancettfrmigen Krallen versehen, zu
deren beiden Seiten ein beweglicher Dorn eingefgt. Hinterleib
zehngliedrig, gestreckt, schmal, spindelfrmig, am Seitenrande eines jeden
Ringes mit starken, steifen, nach rckwrts gerichteten Borsten besetzt,
von denen die vier am vorletzten Abdominalsegment befindlichen sehr lang
sind, besonders die zwei inneren. Letztes Segment mit zwei Nachschiebern.
Stigmen zehn Paar vorhanden, ein Paar auf dem zweiten Brustringe, neun Paar
auf den Hinterleibsringen; die des ersten Abdominalringes und die des
Metathorax sind grsser als die Uebrigen.

Die zweite Larvenform (Vergl. Taf. I. Fig. 2.) besitzt ganz die ussere
Gestalt eines Engerlings, ist weich, fleischig, blind, mit einem sehr
feinen, nur durch die Loupe sichtbaren Flaume bedeckt, mit Einschluss des
Kopfes dreizehnringelig, von welchen Ringen der Metathorax und die ersten
acht Abdominalringe die Stigmen tragen; das letzte Abdominalstigmenpaar ist
etwas kleiner.

Der Kopf ist hornig. Oberlippe hervorragend, trapezisch. Oberkiefer stark,
kurz, stumpf, wenig gebogen, schwindend und jeder innen mit einem breiten
Zahne versehen. Maxillen und Lippentaster dreigliederig. Fhler am Grunde
der Oberkiefer eingelenkt, dreigliederig, das erste Glied dick,
kugelfrmig, die folgenden viel dnner, cylindrisch. Fsse kurz, jedoch
ziemlich krftig mit einem starken Nagel versehen, zum Kriechen und Graben
tauglich.

Die Pseudochrysalide ist dreizehnringelig, hornig, von dickem plumpen,
etwas gekrmmtem Krperbau, auf der Rckseite stark convex, auf der
Bauchseite flach. Rck- und Bauchseite von einer hervorragenden
eingefassten Wulst getrennt. Der Kopf stellt eine Maske dar, an der einige
unbewegliche Erhabenheiten bereinstimmend mit den zuknftigen Theilen des
Kopfes unbestimmt ausgeprgt sind. Fsse fehlen, anstatt dieser drei Paar
Tuberkeln auf dem Thoraxsegment. Stigmen neun Paar, ebenso vertheilt, wie
bei der zweiten Larvenform. (Vergl. Taf. I. Fig. 3.)

Die dritte Larvenform stimmt mit der zweiten berein. Die Nymphe hat keine
besonderen Auszeichnungen. (Vergl. Taf I. Fig. 4.)

=Lebensweise=. Die Oelkfer trifft man auf Wiesen, Feldern, an
Bergabhngen, Steinen, im lichten Gehlz, auch, wie wohl selten, in Grten,
meist an Orten von leichter Bodenart. Sie sind Standthiere, die fast
alljhrlich auf derselben Stelle vorkommen und im Mai, in manchen Jahren
auch schon im April erscheinen und etwa bis Ende Juni leben. Ihre Nahrung
besteht aus niederen Pflanzen, vorzglich jungen weichen Grsern,
Lwenzahn, Veilchen u. s. w., die sie mit grosser Gefrssigkeit Morgens und
gegen den Abend verzehren, wobei sie oft das Futter mit einem Vorderfusse,
besonders mit den Schienbeindornen desselben festhalten und hufig im
Fressen eine Pause machen, um mit den Vorderfssen die Fhlhrner und
Fressspitzen von oben nach unten zu streicheln. Whrend der Mittagshitze
verbergen sie sich vor der Sonne ins Gras, nur an trben Tagen trifft man
sie auch in den Mittagsstunden herumkriechend und Nahrung zu sich nehmend.
Ihre Bewegungen sind ziemlich plump und unbeholfen, indessen vermgen sie
Fuss- und ein Paar fusshohe Pflanzen zu erklimmen, indem sie beim Klettern
die Pflanze mit ihren Fssen umklammern. Bei der Berhrung ziehen sie die
Beine und Fhler an sich und lassen aus allen Kniegelenken einen scharfen,
tzenden auf zarter Haut schnell Blasen ziehenden, gelben, wie Oel
aussehenden Saft, welcher schwer zu vertilgende Flecke auf Haut und Kleider
macht und der zum Theil aus Cantharidin besteht, hervorquellen.

Seine hellgelben Eier legt das Weibchen in ein ber ein Zoll tiefes Loch,
welches es in nicht zu losem, aber auch nicht zu festem Erdboden mit den
Vorderfssen grbt, whrend es mit den Hinterbeinen und dem Hinterleibe die
ausgescharrte Erde wegschiebt. Ist das Loch schon ziemlich tief gegraben,
so sucht es durch kreisfrmige Bewegungen mit dem Krper dasselbe zu
runden, wobei es mit der Arbeit von Zeit zu Zeit inne hlt, um auszuruhen.
Wenn die Erde sich vor der Oeffnung in grosser Menge angehuft hat, so
kriecht das Thierchen sehr hufig heraus und vertheilt die Erde auf den
Seiten, damit sie das Loch nicht wieder verschtte. Ist das Loch endlich
von der nthigen Grsse gegraben worden, so kriecht das Thierchen aus
demselben heraus und setzt sich jetzt mit dem Hinterleibe in dasselbe, so
dass nur der Kopf und die Vorderfsse, welche an dem Lochrande wie
angeklammert ruhen, zu sehen sind. In dieser Lage und unter abwechselnden
Taster- und Fhlerbewegungen setzt es die Eier in mehreren Abstzen
haufenweise ab. Nachdem dies geschehen, schiebt es mit den Vorderfssen die
am Lochrande sich befindliche Erde gegen sich und bemht sich, allmhlich
aus der Oeffnung herauszukriechen. Ist es herausgekrochen, so schiebt es
mit den Vorderfssen so viel Erde auf das Loch und drckt sie gleichzeitig
mit den Hinterfssen und dem Hinterleib an, bis das Loch vollstndig damit
bedeckt wird. Whrend dieser fr das Thierchen sehr mhsamen Arbeit ruht es
mehrmals aus. So bald es nur mit seinem Geschft zu Ende ist, sucht es sich
von diesem Ort schleunigst zu entfernen und fngt sehr bald darauf zu
fressen an. Uebrigens lebt es nach dem Ablegen seiner Eier nur noch wenige
Tage.[25]

Je nach der mehr oder weniger gnstigen Lagersttte entwickeln sich die
Eier nach 28[26] bis 42 Tagen und die sehr lebhaften Lrvchen kriechen aus
der Erde heraus und begeben sich sogleich gesellschaftlich auf die
verschiedensten Blumen, besonders Compositen (Taraxacum officinale),
Cruciferen (Raps, Rbsen), Papilionaceen (Esparsett) und Labiaten (Ajuga).
Hier harren sie, in den Blthen zwischen den Antheren versteckt, wie es
schon frher bei der Familie erwhnt wurde, auf eine Biene[27], um sich an
diese festzuklammern und in ihren Bau schleppen zu lassen. Die Larven
einiger besteigen hierbei meist den Thorax der Biene und halten sich hier
mit Hlfe ihrer sehr spitzen Kiefern und scharfen Fusskrallen an den Haaren
und Borsten fest. Andere bohren sich mit dem halben und ganzen Krper in
die bereinander liegenden Leibesschienen oder auch zwischen die Halsringe
der Biene ein. Die letzteren verursachen dadurch oft den Tod der Biene,
indem sie den besonders zarten Wachsapparat irritiren. Im Uebrigen ist die
Lebensweise schon bei der Schilderung der Familie erwhnt worden, das
Speciellere wird bei den betreffenden Species angefhrt werden.

=Geographische Verbreitung und Artenzahl=. Die Gattung Melo ist mit
Ausnahme von Australien in allen Weltheilen und Zonen verbreitet. Europa
zhlt 22[28] Arten mit mehreren Varietten, von diesen Arten kommen auf
Deutschland allein schon 13 Species.[29]


MELO VARIEGATUS, _Donovan_. BUNTER OELKFER.

     Taf. I. Fig. 5 ([mnnlich]), 5 a.


  Donovan, Brit. insects Tab. 67. -- Mart., Engl. Entom. Tab. 39. Fig. 1.
     -- Leach, Transact. of the Lin. soc. vol. XI. pag. 37. Tab. VI. Fig.
     1. 2, ibid. pag. 243. -- Brandt u. Ratzeburg, Medic. Zool. pag. 107.
     Taf. XVI. Fig. 6. ([weiblich]). -- Brandt u. Erichs. Monogr. Gen. Mel.
     (Nov. act. acad. Leopold. Carol. Nat. Cur. Tom. XVI. pag. 128.)

  Meloe majalis Fabricius, syst. Eleuth. II. pag. 588, syst. entom. pag.
     259, Spec. insect. I. pag. 327. 2, Mantis. insect. pag. 215 (excl.
     diagn. et citat. Linnaei) Panz. Faun. German. pag. 10. Tab. 13. --
     Oliv. Ins. n. 45. 6. Tab. I. Fig. 4a, b u. Tab. II. Fig. 4c. -- Meyer,
     Tentam. Monogr. gen. Meloe pag. 17. n. 3. -- Latr. gen. crust. et
     insect. pag. 218.

  Melo scabrosus, Marcham. Entom. Brit. I, pag. 483. u. 5. -- Gyllenh.
     Ins. suec. T. I. P. II. pag. 484.

  Melo secundus, Schaeffer icon. Tab. 3. Fig. 6 (Figura pessima.)

  Melo proscarabaeus var. I. Walckenaer, Faun. Paris. I. pag. 267.

  Die Larve. Frisch. Beschreib. v. allerlei Ins. Deutschl. Bd. VI. pag. 14.
     Tab. 6.


=Characteristik=. Metallisch grn oder blulich, mehr oder weniger mit
Purpur untermischt, grob punktirt und gerunzelt. Halsschild quer, nach
hinten etwas verschmlert mit wenig aufgetriebenen Rndern. Flgeldecken
runzlig, schwrzlich grn mit rthlichem Schimmer, am Grunde gestreift.
Bauchringe oberhalb in der Mitte metallisch purpurfarben. -- Lnge 5 bis
12''', Breite 3,5 bis 5'''.

Die Primitivlarven sind 1,2''' lang, glnzend schwarz mit stumpfdreieckigem
Kopf, im Uebrigen der beim Genus Melo gegebenen Characteristik
gleichkommend. Die spteren Formen sind bis jetzt unbekannt.

=Lebensweise=. Der Kfer fhrt die Lebensweise, wie sie berhaupt der
Gattung Melo zukommt und beim Genus geschildert wurde. Er ist nchst dem
folgenden in den meisten Gegenden Europas der gemeinste Oelkfer.

Die Larven erscheinen in manchen Jahren in unglaublicher Menge, vorzglich
auf den Esparsettblthen, Lwenzahn und Ajuga und berfallen mit einer
rasenden Geschwindigkeit die von diesen Blthen Honig und Pollen
einsammelnden Bienen, namentlich auch unsere Honigbiene in grsserer Menge.
Sie hngen sich nicht einfach an die Haare der Bienen an, was die Larven
anderer Meloarten thun, sondern sie dringen mit ihrem Krper mit Hlfe der
scharfen Oberkiefer und Fusskrallen zwischen die schuppenfrmig ber
einander liegenden Schienen der Bauchringe und zwischen die Kopf-,
Prothorax- und Mesothoraxringe. Sie bohren sich oft so tief ein, dass ihr
ganzer Krper versteckt erscheint und irritiren dabei die zarten Wachshute
oder die Ringhute des Kopf- und Bruststckes der Biene, wodurch diese
unter starken Zuckungen und Schmerzen stirbt. Die Bienen knnen sich ihrer
von selbst gar nicht entledigen, schleppen sie in ihre Stcke und man
findet sie hier in grosser Menge auf dem Boden des Stockes an den todt oder
noch sterbend liegenden Bienen und im Gemll, in den Fugen des Stockes an
den Wnden u. s. w. lebend und sich lebhaft bewegend oder auch todt und
eingetrocknet. Zuletzt sterben sie alle, wahrscheinlich Hungers, weil die
Bienen sie in ihre Zellen nicht gelangen lassen; schwerlich aber aus dem
Grunde, weil ihnen nur die Nester der Anthophoren als Wohnsttte, in der
sie ihre weitere Entwickelung durchmachen, angewiesen seien, wie es z. B.
ausser Newport, Transactions of the Linnean society vol. XX, pag. 319, auch
von Siebold, Bienenzeitung, Jahrgang X, N. 8, ausspricht. Denn ich habe
z. B. in einem faulbrtigen Stocke, der fast gnzlich bienenleer war, von
Melo proscarabaeus zwei Larven in der zweiten Verwandlungsform
angetroffen, was ein handgreiflicher Beweis ist, dass die Melolarven, wenn
ihnen nur die Mglichkeit geboten wird, auch in dem Bau der Honigbienen
leben knnen. (Siehe weiter bei der genannten Art.)

=Geographische Verbreitung=. Der Kfer ist in ganz Europa, Nord- Westasien
und dem Kaukasus verbreitet, jedoch nicht berall so hufig, wie z. B. in
Deutschland.

=Apistische Bedeutung=. Wie aus der Schilderung der Lebensweise
ersichtlich, ist die Larve dieses Kfers, wenigstens die Primitivlarve den
Bienen sehr schdlich und wohl die bis jetzt gefhrlichste bekannte aller
Melolarven. In manchen Jahren, wenn sie in grosser Menge erscheint,
wimmeln die Bienen von ihr und man sieht mehrere Schritt im Umkreise um die
Bienenstcke herum todte und unter den schrecklichsten Colvulsionen
sterbende Bienen zu mehreren Hunderten, ja zu Tausenden liegen. Und wie
viele mgen nicht schon auf der Tracht von ihnen umkommen! Aber nicht blos
die Arbeitsbienen, sondern auch die Kniginnen werden von diesen Thieren
geplagt. Sie gehen von den Arbeitsbienen, die sie, wie schon oft erwhnt,
in die Stcke importiren, auf die Kniginnen ber und verursachen durch ihr
Einbohren in die Gelenke auch den Kniginnen den Tod.[30]

Ich selbst habe nur einmal Gelegenheit gehabt, an meinen Bienen im
Gouvernement Smolensk diese Melolarven zu beobachten. Im Jahre 1861 vom 5.
Juni neuen Styls an bemerkte ich die Arbeitsbienen meiner neun Stcke,
welche im Porjetscher Kreise auf einer Haideflche standen, an der
sogenannten Toll- oder Maikrankheit befallen. Einzelne Bienen strzten aus
den Stcken, fielen vor dieselben hin und drehten sich von Schmerzen
geplagt, auf dem Boden im Kreise herum, ohne wieder aufzufliegen, starben
jedoch nicht gleich, sondern blieben vor den Stcken ber Nacht liegen und
verendeten erst den folgenden Tag. Auch viele von der Tracht
zurckkehrenden Bienen fielen ermattet und starben unter convulsivischen
Bewegungen. Nachdem ich einige von den Bienen aufhob und genauer
betrachtete, fand ich, wie oben geschildert, in jeder Biene einige, in
manchen sogar bis achtzehn Melolarven zwischen die Bauchringe, in einigen
Ringen sogar zwei Larven eingedrungen. Von Tag zu Tag mehrten sich die
Todesflle der Bienen, so dass vor einzelnen Stcken den Tag ber bis 200
Bienen todt oder krank lagen. Bis zum 15. Juni hielten die Sterbeflle
gleichen Schritt, von da an nahm das Sterben allmhlich immer mehr ab und
hrte den 2. Juli ganz auf. Kniginnen wurden von den Melolarven, wie das
bei Kpf geschah, nicht belstigt, wohl aber viele Drohnen, auf die sie
jedenfalls von den Arbeitsbienen hinbergingen und die auch starben. Ebenso
gingen sie auf die jungen und sogar ganz jungen, eben erst aus den
Brutzellen herausgekrochenen Bienen von den Trachtbienen, welche die Larven
in den Stock importirten, ber und verursachten diesen den Tod. Im Innern
des Stockes auf dem Boden befanden sich ebenfalls viele todte und sterbende
Bienen. Die Melolarven hatten sie meist verlassen und hielten sich
versteckt im Gemll, andere waren im Stock zerstreut, die meisten drangen
aber durchs Flugloch und besonders durch die Spalten des Stockes aus diesen
wieder heraus.

Von den Trachtbienen starben meist blos diejenigen, welche Honig
einsammelten, weniger von denen, die mit Pollen ankamen. Dies rhrte daher,
weil die Larven von Melo variegatus in meiner Gegend vorzglich auf Ajuga
genevensis anzutreffen waren und die Honig einsammelnden Bienen die Blthen
dieser Pflanze in jenem Jahre sehr viel besuchten, was sonst eigentlich nur
selten geschieht, da die Nectarien bei Ajuga tief liegen und der Rssel
unserer Honigbienen im Verhltniss zu vielen anderen Bienen kurz ist. Von
welchen Pflanzen die polleneinsammelnden Bienen die Melolarven
mitbrachten, konnte ich mit Gewissheit nicht ermitteln, da die Melolarven
auf den verschiedensten Blthen anzutreffen sind und ebenso auch die Bienen
von sehr verschiedenen Blthen Pollen einsammeln. Doch glaube ich, dass die
Bienen die Larven von Fragaria collina, von welcher Pflanze sie
Blthenstaub einsammelten und von welcher ich mehrere Larven von Melo
variegatus abktscherte, herholten.

Die durch diese Melolarven verursachten Krankheits- und Sterbeflle der
Bienen glichen so sehr den Symptomen der sogenannten Tollkrankheit, welche
von bisher noch unbekannten Ursachen entstehen soll und in manchen Gegenden
und Jahren die Bienenstcke sehr herunterbringt, dass ich durchaus kein
Bedenken finde, diese Krankheit mit der durch die Larven der Melo
variegatus hervorgebrachten zu identificiren. Etwas wrde dagegen wohl
sprechen, nmlich, dass der grsste Bienenzchter unserer Zeit, der
geniale, scharfsichtige Dzierzon an seinen Bienen nie Melolarven
beobachtet hatte, whrend ihm die Toll- oder Maikrankheit der Bienen
hufig vorgekommen ist. Dzierzon ist der Ansicht, dass die Tollkrankheit
theilweise vom vergifteten Honig herrhre, den bswillige Bienenhalter den
Bienen bei Raubanfllen vorsetzen. Aber auch die Natur selbst soll, seiner
Ansicht nach, schdliche Blumensfte spenden, namentlich gegen Ende der
Baumblthen, wenn der Apfelbaum und die Eberesche blhen, gehen alljhrlich
bald mehr, bald weniger Bienen an dieser Krankheit zu Grunde, vorzglich
die jungen Bienen, welche die Zellen vor Kurzem verlassen haben.[31] Die
Krankheit wurde berhaupt seit lange[32] von vielen Bienenzchtern
beobachtet und als mehr oder weniger gefhrlich geschildert. Die
eigentliche Ursache konnte man aber, wie schon bemerkt, nicht ergrnden.
Es wrde Manchem allerdings als gewagt erscheinen, wenn ich die Ansicht
Dzierzons verwerfe und die Tollkrankheit von den Larven der Melo
variegatus Donov. ableite. Warum sollten aber nicht die Melolarven, zumal
da sie sich so tief in die Bienen einbohren, dass man sie gar nicht
bemerkt, und wenn im Bienenstock anwesend, diesen sehr bald verlassen,
Dzierzons scharfem Blick entgangen sein? Gab es denn nicht genug
scharfsichtige Beobachter, denen so manches Wichtige entging, was von
minder scharfsichtigen nachgetragen wurde? Sind denn berhaupt die
Melolarven, wie man das oben gesehen hat, nicht schon lngst an den Bienen
beobachtet worden? Aber die grosse Schdlichkeit derselben blieb bis auf
Kpf 1857[33] unbekannt. Sollten denn aber wirklich die Melolarven nur im
Jahre 1857 und zwar bei Kpf allein als den Bienen schdlich aufgetreten
sein? Gewiss nicht! Es fehlte blos an sorgfltigen Beobachtungen. Gerade,
dass meist die jungen Bienen der Tollkrankheit unterliegen, bestrkt mich
noch mehr in meiner Ansicht, dass die Melolarven diese Krankheit
hervorbringen, weil die jungen Bienen eine noch sehr zarte Haut besitzen
und die Melolarven diese daher viel leichter irritiren, whrend manche
ltere Biene oft ohne grossen Schaden davonkommt. Auch die Jahreszeit, in
welche die Tollkrankheit fllt, nmlich in wrmeren Gegenden im Mai, in
klteren im Juni, spricht fr meine Ansicht. Um diese Zeit trifft man
gerade auch die Melolarven, die sich in wrmeren Gegenden frher, in
klteren spter zeigen, nirgends aber nach dem Monat Juni, zu welcher Zeit
auch die Tollkrankheit nicht beobachtet wurde.

Ich mchte aber das Entstehen der Tollkrankheit bei den Bienen nicht allein
diesem Insekt zuschreiben, sondern es drfte noch ein anderes Thier, ein
Endozoon aus der Ordnung der Gordiaceen, diese Krankheit hervorbringen,
namentlich Mermis albicans de Sieb. und vielleicht auch noch Gordius
subbifurcus Sieb., doch von diesen weiter an den betreffenden Stellen.

=Prophylaxis=. Um die Bienen vor den Angriffen der Melolarven zu schtzen,
ist es das Gerathenste, wenn jeder Bienenzchter in seiner Gegend auf die
Vertilgung der Oelkfer ausgeht. Tdtet er ein Weibchen dieses Kfers, so
hat er zugleich gegen 5000 Larven vertilgt, da der Eierstock gegen 5000
Eier zhlt. Freilich wird es damit fast ebenso gehen, wie mit den
Maikfern: Man sammelt in Deutschland alljhrlich und in manchen Jahren
Millionen von denselben, ohne dass es bis jetzt mglich wre, sie gnzlich
auszurotten. Es werden daher die Bienen immerhin mehr oder weniger von den
Melolarven zu leiden haben. Sieht man aber die Bienen mit diesen Insekten
behaftet in ihren Stcken ankommen, so unterlasse es der Bienenzchter ja
nicht, die vor den Stcken und in den Stcken auf dem Boden liegenden
todten oder sterbenden Bienen nebst allem Gemll aufzulesen und auszukehren
und in heisses Wasser oder in's Feuer zu werfen, damit die Melolarven, die
sich auf den Bienen befinden, umkommen und sich nicht im Stock auf andere
Bienen begeben.


MELO PROSCARABAEUS _Linn_. GEMEINER OELKFER.

     (Taf. I. Fig. 6 ([mnnlich]), 6a, 6b.)


  Linn, Fauna suecica, pag. 227. n. 826, Syst. naturae II. pag. 697. (ex
     parte) -- Fabr. syst. Entom. pag. 259. n. 1., Spec. insect. pag. 327.,
     Syst. Eleuther. II. pag. 587., Mantiss. insect. I. pag. 205. (ex
     parte). -- Villers Entom. I. pag. 397. (ex parte). -- Gyllenh. Ins.
     suec. Cl. I. T. I. P. II. pag. 489. -- Marsham. Entom. Brit. I. pag.
     481. n. 4. -- Oliv. Entom. III. n. 455. Tab. I. Fig. Ia., b., c., d.,
     e. -- Brandt u. Ratzeb. medic. Zool. pag. 113. Taf. XVI. Fig. 4.
     ([mnnlich]), (5[weiblich]). -- Brandt u. Erichs. Monogr. generis Mel.
     (Nod. act. Acad. Leop. Carol. Nat, curios. Tom. XVI. pag. 113.)

  Melo atra, Meyer. Tentam. monogr. gener. Mel. pag. 15. Fig. 2.

  Cantharis proscarabaeus varietas nigra, De Geer, Ins. V. pag. 3. n. 1.
     Fig. 1.; Uebers. v. Gtze, Bd. 5. pag. 237.

  Melo primus, Schffer, icon. Tab. III. Fig. V., Abbild. u. Beschreib.
     des Maiwurmkfers, Fig. I. III.

  Melo tecta, Panz. Faun. German. 10. Fig. 14., Crit. Revis I. pag. 140.

  Die Larve: Raumur, Mm. IV. Mm. II. pag. 490. Tab. 31. -- De Geer, Mm.
     V. Mm. I. Tab. I. -- Zenker, Klopffleisch und Krschner: Die Biene
     und die Bienenzucht (1836) pag. 24. Tab. III. Fig. 54. 1. 2. (Figura
     pessima!) -- Von Sieb. Stett. entom. Zeit. Jahrg. 141. pag. 130.


=Characteristik=. Schzwarzblau mit violettem Schimmer, grubig punctirtem
Kopf und Halsschilde, letzteres fast quadratisch, nach hinten leicht
verengt. Flgeldecken wurmartig gerunzelt. Das sechste und siebente
Fhlerglied beim Mnnchen verdickt. Lnge 5 bis 12''', Breite 2,7 bis 5'''.

Die Primitivlarve ist etwas kleiner als die des vorigen Kfers, etwa nur
1''' lang mit mehr abgerundetem, fast rundlichem Kopf, von gelblichweisser
oder auch mehr gelber Farbe, im Uebrigen der des vorigen Kfers gleich. In
der zweiten Form ist sie 6''' lang, gelblichweiss, sonst ganz mit der beim
Genus Melo characterisirten bereinstimmend. Die weiteren Formen sind
unbekannt.

=Lebensweise=. Die Lebensweise dieses Kfers kommt mit dem vorigen berein.
Er ist der gemeinste Oelkfer in ganz Europa.

Die Larven trifft man ebenfalls auf den verschiedensten Blthen (ich habe
sie auch auf Raps und Rbsen beobachtet), wo sie auf die Bienen lauern, um
sie zu besteigen. Sie bohren sich aber nicht in die Gelenke etc. der Bienen
ein, wie es die Larven der vorigen Kferart thun, sondern sie halten sich
am oberen und unteren Theil des Bruststcks der Bienen an den Haaren fest.
In den Stock gelangt, begeben sie sich, wenn sie von den Bienen nicht
gehindert werden, in die Zellen, fressen hier wahrscheinlich nach der
Lebensweise in den Anthophora-Nestern zu urtheilen, ein Bienenei auf und
gehen vielleicht dann in eine mit Bienenbrod gefllte Zelle, wo sie so
lange verbleiben, bis sie das Material verzehrt haben und dann weiter in
andere Zellen wandern. Denn eine einzige mit Bienenbrod angefllte Zelle
kann ihnen unmglich bis zu ihrem vlligen Wachsthum ausreichende Nahrung
gewhren.

Ich habe die Lebensweise der Larven in den Bienenstcken nicht verfolgen
knnen und fand berhaupt nur einmal in einer faulbrtigen, fast
bienenleeren Klotzbeute beim Herausschneiden der Wachswaben zwei sechs
Linien lange Melolarven in zweiter Form, die aus den Zellen herausfielen.
Ich bin nicht einmal im Stande mit Gewissheit anzugeben, ob es die Larven
von Melo proscarabaeus waren, weil die Larven, trotz aller angewandten
Mhe sie zu erziehen, nach einigen Tagen schon starben, glaube es aber
desshalb annehmen zu mssen, weil ich Ende Mai an den Bienen meiner Stcke
die Primitivlarve von Melo proscarabaeus beobachtete und berhaupt in
jener Gegend (es war im Gouvernement Moskau bei Podolsk) noch nie einen
anderen Melokfer antraf.

Dass diese Melolarven im Stocke berhaupt so lange verweilen konnten, dass
sie in das zweite Lebensstadium bergegangen sind, ist gewiss nur dem
Umstande zuzuschreiben, weil der Bienenstock krank war und die wenig brig
gebliebenen Bienen die Melolarven nicht verfolgten. Ob diese Larven wohl,
wenn ich den Wabenbau des Stockes nicht ausgeschnitten htte, in demselben
alle Stadien durchgemacht htten, kann ich definitiv nicht beantworten. Mir
scheint es fast, als ob dies nur dann stattfinden knnte, wenn die
Primitivlarve gerade auf einer Wabe ihren Wohnsitz genommen htte, wo alle
angrenzenden Zellen mit Bienenbrod versehen wren, wo dann die Larve, wenn
sie in einer Zelle das Futter verzehrt htte, gleich in der angrenzenden
ihren Frass weiter fortsetzen knnte. Denn eine grssere Strecke auf den
vertikal hngenden Waben vermgen die Larven in der zweiten Form nicht
zurckzulegen, sondern fallen auf den Boden herunter, wo sie dann
sicherlich umkommen. Bei mir, wo sich die Larven in einem Zuckerglase
befanden, in welches ich eine kleine Wabe mit Bienenbrod senkrecht
einstellte, versuchten sie mehrmals diese zu erklimmen, fielen aber
regelmssig von der fnften Zelle wieder herunter. Zuletzt krochen sie in
die erste Zellenreihe, wo sie auch bis zu ihrem Tode verweilten.

=Geographische Verbreitung= und =Artenzahl=. Dieser Kfer hat mit dem
Vorigen dieselbe Verbreitung, ist aber noch viel hufiger als Jener.

=Apistische Bedeutung=. Die Larven dieser Meloart schaden den Bienen nicht
so wie die der vorigen Art, weil sie sich nicht zwischen die Gelenke und
den Wachsabsonderungsapparat einbohren, sondern, wie oben angegeben, auf
dem Brustkasten sich an die Haare der Bienen festklammernd aufhalten. Sie
bringen daher den Bienen nicht den Tod herbei, indess fallen sie ihnen
doch lstig, weshalb der Bienenzchter auch diesen Kfer zu vertilgen
suchen muss.




ORDNUNG. DIPTERA _Linn_. ZWEIFLGLER.

     (=Antliata= _Fabricius_.)


FAMILIE. PHORIDAE _Latreille_. PHORIDEN.


  Latreille, hist. natur. gnr. et partic. des crustac. et ins. Tom XIV.
     pag. 394.


=Charakteristik=. Kleine bis mittelgrossse, sehr flink herumlaufende
Fliegen, von buckelartigem Krperbau, hnlich dem der Kfergattung
Mordella.

Der Kopf freistehend, sehr kurz, vorn flachgedrckt, selten von der Breite
des Rckenschildes, mit breiter Stirn, sehr kleinem Untergesicht, grosser
Mundffnung und krftigem, fast hornartigem mit schmalen Saugflchen
versehenem Rssel. Taster hervorstehend, gross, hufig flachgedrckt,
borstig. Fhler dicht ber dem Mundrande eingesetzt, sehr kurz,
dreigliederig, walzenfrmig; das dritte Glied rund, in seltenen Fllen
konisch, mit nackter oder feinhaariger Rcken- oder Endborste. Augen gross,
nackt oder feinhaarig. Nebenaugen drei vorhanden, am Scheitel stehend.
Rckenschild vorn ein wenig verschmlert, meist stark und oft buckelartig
gewlbt. Schildchen grsstentheils klein, im Umriss halbmondfrmig. Flgel
gross, zur Zeit der Ruhe dem Leibe parallel aufliegend, mit starkem Lappen,
am Vorderrande zwei dicken, bis zur Flgelmitte reichenden Adern aus denen
drei bis fnf zarte Zweige entspringen, und sich in verschiedenen
Richtungen bis zum Rande erstrecken. Die dicken am Vorderrande befindlichen
Adern entsprechen der ersten und dritten Lngsader, die Letztere ist vorn
hufig gegabelt; unterhalb oder vor der Gabel entspringt aus ihr der erste
Zweig, welcher als die Fortsetzung der ersten Lngsader zu betrachten ist.
Die Basalzelle ist verschmolzen, doch bei genauer Prfung immerhin
wahrnehmbar, vorn ist sie durch eine von der dritten Lngsader schief herab
und nach innen gehende dicke Ader, der kleinen Querader, begrenzt. Bei der
Abzweigung der kleinen Querader von der dritten Lngsader nimmt der zweite
zarte Zweig seinen Anfang, welcher der vierten Lngsader entspricht; die
beiden folgenden Zweige entsprechen der fnften und sechsten Lngsader. Die
Analader ist oft gar nicht vorhanden. Die Schwingen freistehend, blattartig
oder geknpft; die Schppchen nur angedeutet. Beine stark, mit verlngerten
Hften, breiten, plattgedrckten Schenkeln, oft etwas gebogenen
Hinterschienen, stark verlngerten Fusswurzeln, zarten Klauen und
deutlichen Ballen.

Der Hinterleib ist sechs- bis siebenringelig, meist etwas kurz, vorn breit,
nach hinten verschmlert, etwas abwrts gebogen, manchmal auf der Mitte
eingedrckt. Geschlechtstheile des Mnnchens ein wenig vorstehend, hufig
kolbig und am Bauche mit einer buckelartigen Erhebung oder mit
griffelartigen Organen versehen. Die Legrhre vorragend.

Die Larven vieler Arten sind bekannt, sie sind eucephal, amphipneustisch,
walzig, murikat (die der Phora incrassata nur durch die Loupe gesehen), von
Farbe weiss. Hinten schief gestutzt und hier mit murikaten Fleischzhnen
und am After mit zwei turbinaten Erhhungen versehen.

Die Puppen sind Pupae obtectae, mehr oder weniger elliptisch, an den Enden
niedergedrckt, an den Seiten gerandet, auch wohl gekerbt, und bei manchen
mit Zhnen versehen. Kopf- und Aftergegend rund, mit Zhnen besetzt.
Prothorax-stigmata durch mehr oder weniger lange feine tubulose Hrnchen
vertreten.

=Lebensweise.= Die Fliegen trifft man auf Blumen, Blttern der
verschiedensten Pflanzen, an Baumstmmen, Planken und sogar an den Fenstern
unserer Wohnungen. Die meisten von ihnen ziehen das Laufen dem Fliegen vor,
andere dagegen unternehmen stundenlange Tnze unter Baumkronen oder in der
Nhe der Hecken und Strucher. Viele leben einzeln, andere gesellig und oft
in grossen Schwrmen.

Die Larven leben theils parasitisch von den mannigfachsten Insecten, ihren
Larven und Puppen, theils von verwesenden vegetabilischen Stoffen, faulen
Kartoffeln, Mhren, Rettig und verschiedenen Pilzen, seltener von faulenden
animalischen Krpern (todten Schnecken). Es sind daher meist ntzliche
Insekten und nur die Larven der Phora incrassata haben sich bisher als
schdlich erwiesen durch ihren Parasitismus in den Larven der Honigbiene.

=Geographische Verbreitung und Artenzahl=. Die exotischen Arten sind noch
sehr ungengend bekannt. Europa reprsentirt gegen 90 bis jetzt bekannte
Species aus den verschiedensten Gegenden.[34]


GENUS. PHORA _Latr_. PHORA.


  Latreille, hist. natur. gnr. et partic. des crust. et ins. Tom. XIV.
     pag. 394.


=Charakteristik=. Meist kleine Fliegen von buckeligem Aussehen und
schwarzer, dunkelbrauner oder rostgelber Frbung.

Kopf gesenkt, halbrund; Stirn langborstig. Letztes Fhlerglied rund oder
rundlich, gross mit nackter oder haariger aufgerichteten Rckenborste.
Ocellen im Dreieck stehend. Rckenschild stark, gewhnlich hoch gewlbt,
ohne eine Quernath. Schildchen klein. Mittelschienen auf der Aussenseite
grsstentheils nackt oder hchstens mit einzelnen Borsten besetzt.

=Lebensweise=. Die Fliegen findet man selten auf Blthen und Bumen, meist
auf Blttern niederer Pflanzen, an Planken und Fenstern unserer Wohnungen.
Sie haben einen nur kurzen Flug und fliegen berhaupt sehr ungern, laufen
aber dafr mit einer ungeheuren Schnelligkeit umher. Von der Lebensweise
der Larven gilt hier dasselbe, was schon frher bei der ganzen Familie
erwhnt wurde.

=Geographische Verbreitung und Artenzahl=. In Europa in allen Lndern
verbreitet. Die Artenzahl der bis jetzt bekannten betrgt ber achtzig, so
dass also das Genus Phora bei Weitem die meisten Species der genannten
Familien umfasst.[35]


PHORA INCRASSATA _Meigen_.

     Tafel I. Fig. 4-6.


  Meigen, Syst. Bearb. der zweifl. Ins. Tom. VI. pag. 212. Taf. 65. 5.

  Fallen, Diptera, Suec. Phytomyz. pag. 6. (Var. Mordellaria).

  Schiner, Fauna Austriae., Diptera, pag. 338.


=Charakteristik=. Glnzend schwarz, Hinterleib matt grau, der erste Ring
weisslich, die Einschnitte der mittleren Ringe manchmal gelblich braun
gesumt. Der Kopf ist schwarz, die Stirn am Scheitel mit einem deutlichen
Hcker. Taster, Rssel und Fhler schwarz oder schwarzbraun, das letzte
Fhlerglied klein. Augen sehr feinhaarig. Schwinger schwarzbraun. Flgel
glashell mit gelber Wurzel, der Grund des Vorderrandes kurz gewimpert.
Erste Lngsader im Beginn des Verlaufs der dritten nahe liegend, die
Mndung von dieser weit entfernt. Vier Lngsadern auf der Flgelflche, die
obersten sehr stark bogenfrmig, aus der dritten entspringend, im weiteren
Verlauf gerade. Aus der dritten Lngsader, nahe am Vorderrande setzt sich
eine Flgelfalte deutlich fort, welche man fast als fnfte Lngsader
betrachten knnte. Beine pechschwarz. Die Vorderschenkel mit Ausnahme des
Grundes, die Vorderschienen und Vorderfsse rostgelb. Die Schienen der
Vorderbeine aussen mit zwei bis vier starken Borsten, die der Mittel- und
Hinterbeine mit je einer, die der letzteren manchmal mit zwei Borsten und
ausserdem noch mit Spornen versehen. Hinterbeinfersen innen gewimpert, an
der Spitze mit einer langen Borste besetzt. -- Lnge 1,5 bis 2,0''', Breite
mit ausgespannten Flgeln 2,8 bis 3,8'''.

Die Larve (Taf. II. Fig. 4) ist dreizehnringelig, walzenfrmig, fein
murikat, vorn spitz, hinten verbreitert, schrg abgestutzt, von Farbe
glnzend weiss, wenig pellucid. Der Kopf ist sehr klein, rundlich, sehr
zurckziehbar, so dass man die Larve mit blossem Auge gesehen, fr acephal
halten wrde, schwarz, mit kurzen, feinen, dreigliedrigen Fhlern, deren
Endglied kugelich. Die Prothoraxstigmata pyramidalisch vorstehend, etwas
nach unten gerckt. An jeder Seite des Prothoraxringes befindet sich eine
ansehnliche Borste. Am Afterrande befinden sich sechs kurze Fleischzhne,
von welchen das zweite Paar das lngste und mit feinen braunen Hrchen
besetzt ist. Stigmentrger braun. Dicht am After stehen zwei kugelfrmige
Erhhungen. -- Lnge 1,6''', Breite an der breitesten Stelle (am letzten
Leibesringe) 0,6'''. Die Puppe (Taf. II. Fig. 5) ist auf der Rckseite
acht-, auf der Unterseite siebenringelig, lnglich-oval, an beiden Enden
stumpf zugespitzt, mit hervorragendem gekerbtem Rande; oben auf der
Rckseite des Leibes abgeflacht, der vordere Theil nach vorn geneigt, unten
berall gleichmssig und stark gewlbt. An der Vorder- (Kopf-) und
Endspitze mit vier und beiderseits an jedem Ringe mit einem Zhnchen
versehen. Die beiden Prothoraxstigmen als zwei kleine etwas seitwrts
gekehrte tubulose Hrnchen erscheinend. Frbung schmutzig gelb, etwas
durchsichtig, so dass man auf der unteren Seite nach einigen Tagen schon
die entwickelten Flgel und Beine der Nymphe durchscheinen sieht. -- Lnge
1,5''', Breite an der breitesten Stelle 0,8'''.

=Lebensweise und Einiges aus der Entwickelungsgechichte=. Die Fliege,
welche man in den meisten Gegenden Deutschlands, in Schweden und Russland
den Sommer und Herbst hindurch, hufiger im letzteren trifft,[36] hlt sich
meist auf Gestruch und an Planken auf. In Russland, in den Gouvernements
Moskau und Smolensk, beobachtete ich sie recht hufig in der Nhe der
Bienenstcke, in welche sie durchs Flugloch hineinkriecht, um in die
Bienenbrut ihre Eier abzulegen. Zum Eierablegen whlt sie stets nur die
unverdeckelte, jedoch schon ziemlich erwachsene Brut und legt nur ein Ei in
jede Bienenlarve.

Dabei verfhrt sie auf die Weise, dass sie ihre Legrhre zwischen die
Leibesringe der Bienenlarve steckt und die dort sehr empfindliche Epidermis
durchbohrt und sodann das Ei gleich unter die Haut ablegt.

Das Ei ist nicht so klein, wie man es von einem so kleinen Dipteron im
Allgemeinen zu erwarten htte. Seine Lnge betrgt 0,2''', die Dicke am
breitesten Durchmesser 0,1'''. Es ist lnglich-oval, an dem einen Pole
etwas breiter, abgerundet, am anderen spitz, von Frbung gelblich weiss. Am
abgerundeten Ende befindet sich die Micropyle.

Das Ei liegt in der Bienenlarve nicht, wie man das annehmen sollte, in
verticaler Lage, sondern vollstndig horizontal mit dem breiteren
abgerundeten Pole, wo sich die Micropyle befindet, nach dem Kopfende der
Larve gerichtet. Es besteht nur aus einer einzigen Eihaut. Die Membrana
vitellina war nicht aufzufinden. Das Chorion ist mssig dick, fast farblos,
ganz glatt, durchsichtig, so dass der Dotter und Embryo deutlich hindurch
schimmerte. Die Embryonen waren schon gleich nach dem Ablegen des Eies
ziemlich entwickelt[37] und lagen im Ei nur wenig mit dem Hinterleibe
gekrmmt, whrend der Vorderkrper gestreckt war. Das Kopfende des Embryo
konnte man deutlich wahrnehmen. Die Embryonen fllten fast das Ei aus, nur
ein geringer Raum bei den Polen war frei. Alle Eier enthielten brigens den
Dotter noch in ansehnlicher Menge, welcher eine gelblichweisse Farbe besass
und aus Fettkgelchen von 0,05''' und Blschen von 0,08''' bestand. Die
Blschen enthielten eine in Wasser feinkrnig gerinnbare Flssigkeit, die
specifisch schwerer als das Wasser war, weil sie stets untersank.
Fettkgelchen und Blschen waren gelblichweiss.

Die Hautbedeckugg der Embryonen war ziemlich undurchsichtig, weshalb ich
den Darmkanal etc. von Aussen nicht beobachten konnte. Drei Stunden nach
dem Ablegen des Eies hatte der Embryo den ganzen Raum ausgefllt und nahm
eine gestreckte, dem Ei gleiche Form an. Der Embryo war zum Ausschlpfen
reif. Sehr bald bemerkte man auch stossweise Bewegungen mit dem ganzen
Krper nach dem vorderen Endpole, durch Zusammenziehen und Wiederausdehnen
der Leibesringe hervorgebracht. Die Bewegungen wiederholten sich
immerwhrend, nur durch sehr kurze Ruhezwischenrume wurden sie
unterbrocken, dann aber immer krftiger werdend. Nach zwei Stunden war die
Eihlle bei dem Micropylpole mit dem Kopf von der Larve durchstossen. Kaum
hatte das Thierchen seinen Kopf aus der Eihlle frei, so fing es auch schon
sogleich an, sich in senkrechter Lage in den Krper der Bienenlarve tiefer
einzubohren, whrend der grsste Theil des Leibes noch im Ei steckte. Nach
dem Maasse des Einbohrens verliess es auch die Eihlle. Eine Stunde nach
dem Durchstossen des vorderen Eipols war der ganze Krper der Larve aus dem
Ei heraus und zum grssten Theil in die Fettsubstanz der Bienenlarve
eingedrungen. Nach dem Ausschlpfen aus dem Ei hatte die Phoridenlarve
0,1''' an Lnge mehr betragen als das Ei, so dass sie also 0,3''' mass. Die
Dicke dagegen betrug etwas weniger als der Durchmesser des Eis. Die Lnge
der Larve hatte also auf Kosten ihrer Dicke zugenommen, was aber daher
rhren mochte, dass die Larve im Ei zusammengezogen lag. Ihre Gestalt und
Frbung war gleich nach dem Verlassen des Eis dieselbe, wie ich sie bei der
erwachsenen Larve schilderte, nur war die Haut nicht murikat, sondern die
Stacheln waren nur als sehr feine, etwas erhabene Pnktchen angedeutet.

Die Phoridenlarven schlagen in der Fettsubstanz der Bienenlarven, in die
sie sich, wie schon vorhin erwhnt, gleich anfangs einbohren, ihre
bleibende Wohnsttte bis zu ihrem vlligen Wachsthum auf. Sie wachsen
usserst schnell, schon am folgenden Tage nach dem Verlassen der Eihlle
betrug ihre Lnge 6,5''', bei einer Dicke von 0,2'''. 48 Stunden nach dem
Ausschlpfen aus dem Ei huten sie sich zum ersten Mal und es erschienen
mit der neuen Haut auch die sehr feinen Stacheln. 24 Stunden nach der
ersten Hutung erlangen die Larven eine ganz bedeutende Dicke, whrend ihre
Lnge noch dieselbe bleibt. Nach 36 Stunden von der ersten Hutung an
gerechnet, huten sie sich zum zweiten Mal und das Wachsthum verdoppelt
sich, so dass sie 24 Stunden nach der zweiten Hutung eine Lnge von 1,2'''
und eine Dicke von 0,4''' erlangen.

Nach abermaligen 24 Stunden sind sie erwachsen und ihre Lnge betrgt jetzt
1,6''' und die Dicke 0,6'''. Jetzt huten sie sich zum dritten und letzten
Mal. Etwa zwlf Stunden nach der letzten Hutung verndern sie ihre
Richtung in der Bienenlarve, indem sie mit ihrem Kopfende sich nach dem
Hinterleibstheil der Bienenlarve wenden. Die Bienenlarve, die anscheinend
gesund ist und zu gleicher Zeit mit der Phoridenlarve ihr Wachsthum
erreicht, sich sogar eingesponnen hat, verndert sehr bald auch ihre Lage
und erscheint mit dem Kopfende nach dem Boden der Zelle gerichtet.

Was fr Motive die Bienenlarve wohl bewegen mgen, eine ganz und gar
unnatrliche Stellung einzunehmen, ist schwer zu erklren. Ich habe es in
der Bienenzeitung, Jahrgang 1860 n. 1 dahin gedeutet, dass durch den
Parasitismus der Phoridenlarve, die Bienenlarve Schmerzen empfindet und
sich wahrscheinlich nach allen Seiten krmmt und schliesslich die
sonderbare Lage in der Zelle sterbend einnimmt. Doch nicht immer sind ja
besondere Ursachen nthig. Warum bespinnt die Raupe von Pontia crataegi
oder Pieris brassicae mit grosser Sorgfalt ihren Feind, der ihr das Leben
nimmt, die aus ihr gekrochenen Larven des Microgaster glomeratus? Die Natur
hat es ihr so vorgeschrieben, ihrem Feinde eine schtzende Decke zu
bereiten! Etwa zwlf Stunden, nachdem sich die Phoridenlarve umgewandt hat,
verlsst sie die Bienenlarve, ihre Epidermis am letzten Leibessegment in
der Mitte durchbohrend. Gewhnlich, nachdem der halbe Krpertheil der
Phoridenlarve in der Bienenlarve steckt, beginnt sie schon mit ihrem Kopf
den Brutdeckel in der Mitte zu durchbohren. Nur in Drohnenzellen, wo
zwischen der Bienenlarve und dem Brutdeckel ein grsserer Abstand ist,
pflegt die Phoridenlarve erst ganz aus dem Leibe der Bienenlarve
herauszukriechen und dann den Brutdeckel, nicht aber in der Mitte, sondern
mehr an der Seite zu durchbohren. Hat sie den Brutdeckel durchbohrt, so
fllt sie herab auf den Boden des Stockes und verpuppt sich hier im Gemll,
oder auch wohl ein Theil der Larven kriecht durchs Flugloch aus dem Stock
und verpuppt sich in der Erde. Zwlf Tage nach der Verpuppung kriecht das
vollkommene Insect durch eine dorsale Lngsspalte aus der Puppe heraus.

=Apistische Bedeutung.= Dies Dipteron ist der gefhrlichste Parasit der
Bienen, indem es durch den Parasitismus seiner Larve die schlimmste
Krankheit der Bienen, die sogenannte Faulbrut hervorbringt. Hat nmlich die
Phoridenlarve die Bienenlarve verlassen, so stirbt diese und geht in der
Zelle in eine fast homogene, schleimige zhe Masse ber, welche einen
widerlichen Geruch besitzt, den man, sind viele Bienenlarven in Fulniss
bergegangen, selbst mehrere Schritt weit vom Stocke entfernt auf dem
Binnenstande wahrnehmen kann. Durch das Miasma, welches sich im Stocke in
Folge der faulenden Bienenlarven verbreitet, werden auch die andern
gesunden, nicht mit Parasiten behafteten Bienen krank, gehen in dieselbe
schleimig-zhe, mephitisch riechende Masse ber und in kurzer Zeit ist
nicht nur die ganze Brut des ursprnglich durch den Parasiten erkrankten
Stockes abgestorben, sondern auch die benachbarten Stcke werden von
der Krankheit inficirt und gehen in der Regel ein. Der Parasitismus
dieser Fliege in der Bienenbrut ist fr die Apistik von so grosser
Wichtigkeit, dass ich mich hier etwas nher auf die Faulbrut einzugehen
veranlasst fhle.

=Die Faulbrut=. Der Name Faulbrut deutet schon darauf hin, dass darunter
eine Brutkrankheit zu begreifen ist, bei welcher die Brut in Fulniss
bergeht. Allein diese Benennung ist zu allgemein gewhlt und wird von den
meisten Bienenzchtern fr jegliche Krankheit der Brut, wenn Letztere nur
abstirbt und in Fulniss bergeht, gebraucht, ungefhr wie der Laie mit dem
Namen Nervenfieber die verschiedenen Typhusarten bezeichnet.

Dr. Ahlefeld[38] war der Erste, der zwei Arten von Faulbrut unterschied. Er
theilte sie in die sporadische und in die epidemische Faulbrut. Von
Berlepsch[39] theilte sie ebenfalls in die nicht ansteckende und in die
ansteckende Faulbrut, ferner letztere nach Dzierzon[40] in die gutartig
ansteckende und in die bsartig ansteckende. Die nichtansteckende Faulbrut
ist weiter nichts, als ein Erfrieren oder auch ein Verhungern der Brut. Es
kann ebenso gut wie die Larve und Nymphe auch das Bienenei und auch das
vollkommene Insect der Klte unterliegen, wie auch die Larve und die Imago
verhungern. Die erfrorene oder auch verhungerte Bienenbrut geht wohl mit
der Zeit in Fulniss ber, aber die Zersetzung ist eine ganz andere, als
wir sie bei der entschiedenen Faulbrut kennen lernen werden. Die Brut geht
in keine schleimige Masse ber, sondern behlt ihre Structur bis zuletzt,
wo sie einschrumpft und eintrocknet, bei. Bei den meisten Larven bildet
sich auch wohl in manchen Fllen (bei feuchter Witterung) einige Tage nach
dem Erfrieren im Fettkrper der Leibeshhle ein starkes filziges
Pilzgewebe, welches zuletzt die Epidermis durchbricht und eine Aehnlichkeit
mit Botrytis Bassiana nicht verkennen lsst, was schon Prof. Leuckart
beohachtet hat.[41] Nach dieser Periode wird die Larve oder auch Nymphe
steinhart und trocknet bald darauf ein. Auf gleiche Weise verhlt es sich
auch mit den vor Hunger gestorbenen Bienenlarven. Noch viel hufiger als
den eben erwhnten Pilz, trifft man an den abgestorbenen Bienenlarven
und Bienennymphen eine Isaria-Art, und zwar wie es mir schien, Isaria
floccosa Fries.

Diese Faulbrut beschrnkt sich aber nur auf die abgestorbene Brut. Lebende
Larven und Nymphen werden von ihr nicht inficirt. Es ist demnach diese
Faulbrut gar nicht als eine Krankheit zu betrachten, weil die Fulniss ein
nothwendiger Process eines jeden todten organischen Krpers ist. Ganz
anders verhlt es sich mit der wirklichen Faulbrut, der epidemischen
Faulbrut Ahlefeld's, Berlepsch's und Dzierzon's, der ich die Benennung
Gangraena apum verleihen mchte. Hier geht die Zersetzung schon im lebenden
Krper der Larve allmhlich vor sich und erreicht ihren Hhepunkt nach dem
Tode der Bienenlarve oder Bienennymphe und der Zersetzungsprocess pflanzt
sich von der einen kranken Larve oder Nymphe auf die benachbarte fort.

Die entschiedene Faulbrut, die ich so eben mit Gangraena apum bezeichnet
habe, ist folgendermaassen zu charakterisiren: Man findet im Anfange der
Krankheit an irgend einer oder an einigen, oft an den vordersten, manchmal
aber auch in den mittelsten bedeckelten Brutwaben einige 20 bis 50
zerstreut, manchmal in einer Gruppe beisammen stehende Brutzellen mit
eingefallenen Deckeln. Untersucht man diese eingefallenen Brutdeckel
genauer, so entdeckt man an ihnen schon mit dem blossen Auge ein in der
Mitte, oder auch mehr an der Seite sich befindliches kleines rundes Loch,
dessen Durchmesser kaum die Grsse von 0,5''' ausmacht. Nimmt man den
Deckel von der Zelle ab, so findet man die ausgewachsene, aber noch nicht
in eine Nymphe verwandelte Bienenlarve meist, ja in der Regel, in
verkehrter Stellung, d. h. mit dem Kopfende nach dem Boden der Zelle
gerichtet, liegen, eine brunliche Farbe angenommen. Zerquetscht man die
Larve, so bemerkt man, dass sich ihr Inhalt in eine schleimige homogene
Masse verwandelt hat, die den Geruch von faulendem Horn oder Leim besitzt.
Nach Verlauf von 12 bis 24 oder erst nach 36 Stunden erkennt man an den
Larven nichts mehr von ihrer Gestalt. Sie zerfliessen vollstndig in eine
schleimige, klebrige, homogene nach schlechtem Leim sehr stark riechende
Masse, welche nach 5 bis 7, oft aber auch erst nach 10 Tagen sich zu einem
trocknen dunkelbraunen Krper zusammenballt, welcher den unangenehmen
Geruch fast verliert. Ehe die faulenden Bienenlarven aber in diese
eingetrocknete Masse bergehen, ist schon die benachbarte gesunde im
Umkreise der faulenden befindliche Brut ebenfalls in denselben sich
zersetzenden Zustand bergegangen. Das Uebel greift nun zuletzt immer
weiter, so dass schon hufig in einigen Tagen die Brut einer ganzen Tafel
von 8 Zoll Hhe und 10 Zoll Lnge von diesem Zerzetzungsprocess befallen
wird und schliesslich sich auch auf die brigen Bruttafeln im ganzen Stocke
ausdehnt. Hin und wieder gelangen die Larven in einigen Zellen zur
Verwandlung in Nymphen und es kriechen auch aus denselben Bienen heraus;
95, mindestens aber 90 Procent unterliegen der Epidemie. Hat die Krankheit
in einem Stocke ihren Culminationspunkt erreicht, d. h. ist der grsste
Theil oder mindestens die Hlfte der Brut in Zersetzung bergegangen, so
kann man schon in einer Entfernung von 20 Schritt vom kranken Stocke einen
Leimgeruch wahrnehmen, als ob man sich in einer Leimsiederei befindet, die
einen grossen Vorrath von in Fulniss bergegangenen Hrnern und Hufen zu
Leim verarbeitet.

Diese Pest erstreckt sich aber nicht blos auf den ursprnglich erkrankten
Stock, sondern sie pflanzt sich auf den gesunden Nachbarstock herber, so
dass in einem Sommer alle Stcke eines Bienenstandes an ihr zu Grunde
gehen, weil fast smmtliche nachgezogene Brut der Stcke, sobald sie in's
Stadium der Verwandlung zur Nymphe berzugehen anfngt, abstirbt und in die
schon erwhnte Materie bergeht.

Ist die Krankheit auf einem Bienenstande ausgebrochen, so wird sie
gewhnlich von den Bienen selbst, welche sich bekanntlich sehr hufig
gegenseitig berauben, auf die benachbarten Stnde verschleppt, entweder
durch die Bienen des kranken Standes, oder, was viel hufiger der Fall ist,
durch die Bienen des gesunden Standes, weil diese, sich munter und krftig
fhlend, in die krankhaften abgeschwchten Stcke mit der grssten
Leichtigkeit behufs des Honigraubes eindringen und so aus den kranken
Stcken das Contagium zu sich hinberschleppen. Auf diese Art knnen nicht
nur die Bienenstnde einer Stadt oder eines Dorfes inficirt werden und
daher zu Grunde gehen, sondern es knnen die Stnde eines ganzen Bezirks,
ja eines ganzen Lndchens in kurzer Zeit gnzlich bienenleer werden.

Nicht immer nimmt aber die Krankheit einen so raschen ungnstigen Verlauf,
wie ich ihn eben geschildert habe. In manchen Fllen geht das Absterben der
Bienen nur langsam vor sich. Es geht nur ein Theil der Bienenlarven in den
Zersetzungszustand ber. Die brigen bleiben gesund, verwandeln sich in
Nymphen, so dass der Stock immerhin noch junges Volk erhlt und sich oft
zwei, ja sogar drei Sommer lang hlt ehe er gnzlich eingeht. Im Herbst
hrt die Krankheit auf, da keine Brut vorhanden ist, sobald aber gegen das
Frhjahr zu, Brut gezogen wird, stellt sie sich auch wieder mit dieser ein.
In den seltensten Fllen verliert sie sich allmhlich und der Stock bleibt
gesund.

Das Benehmen der Bienen faulbrtiger Stcke ist, je nach dem Grade der
Krankheit verschieden. Im Anfange der Krankheit, d. h. wenn noch wenige
Brut abgestorben ist, sind die Bienen ganz rstig und munter und verrichten
alle ihre Geschfte, wie die eines vllig gesunden Stockes. Hat aber die
Krankheit einen hheren Grad erreicht, ist schon ein ansehnlicher Theil der
Brut verdorben und hat sich daher auch der mephitische Geruch eingefunden,
so stellen die Bienen die meisten Arbeiten ziemlich ein. Es wird fast gar
kein neuer Wachsbau aufgefhrt, nach Tracht wird nur wenig ausgeflogen,
ebenso wird wenig Brut angesetzt; die Bienen sind bemht ununterbrochen Tag
und Nacht hindurch zu ventiliren, um die verpestete Luft aus dem Stocke
hinauszuwehen. Die Zellen mit der eingetrockneten Brutmasse werden nach
Mglichkeit ganz herausgebissen, weil die Brutmasse anders nicht zu
entfernen ist. Hat die Krankheit noch mehr berhand genommen, vielleicht
sich ber den halben Stock verbreitet, dann hren alle Arbeiten der Bienen,
wenigstens innerhalb des Stockes gnzlich auf, Brut wird gar nicht mehr
angesetzt, die Bienen beschrnken sich auf denjenigen Raum ihres Baues,
welcher keine Brut enthlt. Erreicht die Faulbrut schon im Frhjahr oder
Vorsommer einen solchen Zustand, dann geschieht es hufig, dass die Bienen
aus ihrem Stocke ausschwrmen und eine neue Wohnung beziehen, wo sie sich
von neuem ansiedeln.

Damit retten sie sich jedoch nicht; sobald nur Brut angesetzt wird, und die
Bienenlarven sich einspinnen, bricht die Krankheit abermals aus.

Aus meiner Characteristik der epidemischen Faulbrut geht hervor, dass man
zwei Formen dieser Krankheit zu unterscheiden hat, eine, die mit einer
rasenden Schnelligkeit den Untergang eines Stockes hervorbringt und eine,
die den Stock nur langsam zum Absterben bringt und in manchen Fllen dem
Bienenstock nur schadet, aber ihn nicht vernichtet. Die erstere Form wre
also, wie sie Dzierzon[42] nennt, die bsartig ansteckende, die zweite die
gutartig ansteckende Faulbrut. Die bsartig ansteckende Faulbrut, wie sie
Dzierzon a. a. O. schildert, stimmt mit meiner Beobachtung und der oben
angegebenen Characteristik berein, nur erwhnt Dzierzon a. a. O., ebenso
auch Scholtiss[43] Nichts darber, ob die verdeckelten abgestorbenen
Bienenlarven in verkehrter Stellung sich in den Zellen befanden oder nicht.
Kleine und v. Berlepsch[44] dagegen fhren ausdrcklich an, dass alle
Bienenlarven, welche faulbrtig waren mit dem Kopfende nach dem Boden der
Zelle gerichtet lagen, also ganz so, wie ich es jetzt geschildert und schon
frher beobachtet habe und in der Bienenzeitung, Jahrgang 1860 No. 1
beschrieb. Dzierzon's gutartig ansteckende Faulbrut weicht aber von meiner
in sofern ab, als Dzierzon dieselbe meist nur an unbedeckelten Bienenlarven
beobachtete, welche abstarben und in Fulniss bergingen, whrend die
bedeckelten Bienenlarven gesund blieben und sich zu vollkommenen Insekten
entwickelten. Auch trockneten die in Fulniss bergegangenen Larven zu
einer Kruste am Boden zusammen, welche die Bienen leicht aus den Zellen
entfernen konnten. Meine gutartig ansteckende Faulbrut dagegen
unterscheidet sich von der bsartigen in Nichts weiter, als dass sie den
Stock nur allmhlich dem Untergange nher brachte und in manchen Fllen von
selbst verschwand, ohne dass der Stock ausstarb. Es gingen grsstentheils
nur die verdeckelten Bienenlarven in Fulniss ber und schrumpften nicht zu
einer von den Bienen leicht zu entfernenden trocknen Masse zusammen,
sondern die vertrocknete Masse haftete so stark an dem Zellenboden und den
Wandungen der Zelle, dass die Bienen, wenn sie die Masse wegschaffen
wollten, genthigt waren, die ganze Zelle auszubeissen. Es wren also
demnach drei Arten von Faulbrut zu unterscheiden (die nicht ansteckende
lasse ich ganz weg, weil sie, wie ich gezeigt habe, gar keine Krankheit
ist) eine bsartig ansteckende -- um mich des Ausdrucks Dzierzon's zu
bedienen -- und zwei gutartig ansteckende Faulbrutarten.

Die von mir beobachtete gutartig ansteckende Faulbrut ist aber nur als eine
mildere Form oder Modification der bsartig ansteckenden Faulbrut zu
betrachten, weil sie bis auf die geringere Contagisitt, von der
bsartigen Faulbrut sich in Nichts unterscheidet und wahrscheinlich nur
durch den Mangel einer grsseren Disposition der Bienenlarven zur Aufnahme
des Contagiums nicht in die bsartige Faulbrut ausartet. Daher halte ich es
fr passender die Faulbrut nicht nach dem Grade der Extensitt, sondern
nach dem Alter der Bienenlarven, welche von ihr befallen werden, und nach
den Symptomen im weiteren Verlauf der Krankheit einzutheilen. Sodann wrde
man also eine Faulbrut haben 1) welche meist nur die verdeckelten, der
Verwandlung zu Nymphen nahen, Bienenlarven heimsucht und sich rasch ber
den ganzen Stock verbreitet und ihn vollstndig zu Grunde richtet. Und 2)
eine Faulbrut, die meist nur die unverdeckelten Bienenlarven befllt, nur
langsam sich im Stocke verbreitet und manchmal von selbst verschwindet,
ohne den Stock zu vernichten. Ferner a) eine Modification der ersteren
Faulbrut, die wie diese meist nur die verdeckelte der Verwandlung zur
Nymphe nahe Brut vernichtet, sich aber nur langsam im Stocke verbreitet und
manchmal von selbst wieder verschwindet, ohne dem Stocke den Untergang zu
bereiten.

Alle Arten der Faulbrut, sie mgen bsartig ansteckend, oder gutartig
ansteckend sein, bringen dem Bienenzchter grosse Verluste bei, nicht blos
dadurch, dass diese Krankheiten einen grossen Theil der Bienenbrut
wegraffen und dadurch dem Bienenstocke in den allerhufigsten Fllen den
Untergang bereiten, sondern auch noch dadurch, dass der Bienenzchter die
ihm so werthen Wachswaben nach dem Aussterben eines faulbrtigen Stockes
fr andere Stcke nicht verwenden kann, theils weil sie das Contagium
enthalten, theils aber auch, wenn man selbst das Contagium durch
desinficirende Mittel entfernen knnte,[45] dadurch, dass in den Zellen die
eingetrocknete Brutmasse zurckbleibt und von den Bienen mit Ausnahme der
unter 2. erwhnten Faulbrut gar nicht aus den Zellen entfernt werden kann,
mithin fr sie die Waben unbrauchbar werden und der Bienenzchter genthigt
ist, die Waben, wenigstens diejenigen, in welchen Brut sich befand, die
aber bei Weitem den grssten Theil ausmachen, zu Wachs einzuschmelzen.
Jeder rationelle Bienenzchter weiss aber, welchen hohen Werth die leeren
Wachswaben fr ihn haben. Aber auch die Bienenwohnungen, in welchen
faulbrtige Vlker ihren Sitz hatten, sind nach Dzierzon und mehreren
andern Bienenzchtern erfahrungsmssig vor zwei bis drei Jahren fr
anderweitige Schwrme nicht zu gebrauchen, weil sie sonst die Faulbrut
erzeugen. Ebenso vorhlt es sich mit dem Honig faulbrtiger Stcke. Der
Honig solcher Bienen darf zur Ftterung gesunder Bienen nicht verwandt
werden, wenn er auch dem vollkommenen Insect nichts schadet, so ist es doch
evident bewiesen, dass die Brut stets nach dem Genuss eines solchen Honigs
an der Faulbrut erkrankt. Ja selbst der Ort, auf welchem frher faulbrtige
Stcke standen, kann nach v. Berlepsch vor ein Paar Jahren nicht benutzt
werden, weil der Ort lnger als ein Jahr das Vermgen besitzt, gesunde
Stcke zu inficiren.[46] Gleichfalls knnen auch Bienen eines faulbrtigen
Stockes zur Verstrkung anderer gesunder Stcke nicht gebraucht werden, da
sie das Contagium mit sich fhren.

Nach Dierzon, v. Berlepsch, Kleine und vielen anderen Bienenzchtern ist
berhaupt von einem faulbrtigen Stock fr andere gesunde Stcke Nichts zu
verwenden, als die Knigin, welche das Contagium nicht weiter verbreiten
soll. Nach meiner Beobachtung, freilich nur nach zwei vorgenommenen
Versuchen, inficirt auch die Knigin die gesunden Stcke. Aus dem frher
und eben Gesagten erhellt, wie verderbend die Faulbrut auf die Bienen sich
ussert und wie nachtheilig sie dem Bienenzchter und in
national-conomischer Hinsicht ist. Die Entstehungsweise und die Cur dieser
Krankheit hat daher von je her die Bienenzchter aller Vlker, welche die
Bienen cultivirten, lebhaft beschftigt. Dass wir daher sehr reich an den
mannigfachsten Ansichten ber die Entstehungsweise dieser Krankheit und
ber ihre Behandlung sind, darf uns nicht wundern. Schon Junius Moderatus
Columella[47] erwhnt diese Bienenbrutseuche, die er mit dem griechischen
Wort [griechisch: phagedaina] bezeichnet und giebt auch die Mittel an, wie
man einen faulbrtigen Stock zu behandeln hat. Seiner Ansicht nach entstehe
diese Krankheit durch Volksverlust, welcher eintritt, wenn die Bienen auf
der Tracht pltzlich vom Regen oder Wirbelwind berrascht werden und
umkommen. Das Wachsgebude wird in Folge dessen zum Theil von Bienennen
entblsst und fngt zu faulen an. Desgleichen verderbe auch der Honig.

Einen solchen Stock schlgt er vor, mit einem anderen zu vereinigen, damit
die verlorene Bienenmenge wieder ersetzt werde. Plinius[48] nahm an, dass
in den Tafeln ein Gewchs (Clavus) entstehe, welches eine Missgeburt der
Bienen sei. Die verbreitetste Ansicht ber die Entstehungsweise der
Faulbrut war und ist auch jetzt noch unter den meisten Bienenzchtern
diejenige, die wir bei Columella erwhnt finden. Nmlich durch pltzlichen
grossen Volksverlust bleibt ein Theil der Brut von den Bienen unverpflegt
und unerwrmt, stirbt ab und geht schliesslich in Fulniss ber. Oder auch
selbst bei gar keinem Volksverlust, aber bei eingetretener kalter
Witterung, welche die Bienen nthigt, sich in's Centrum des Stockes
zurckzuziehen, erkaltet die ussere Brut und geht zuletzt ebenfalls in
Fulniss ber. Die zweite verbreitetste Ansicht ber die Ursache der
Faulbrut ist die Ftterung der Bienen mit amerikanischem oder polnischem,
oder auch in Ghrung bergegangenem deutschen Honig.

Auch Dzierzon ist der Ansicht, dass der amerikanische Honig die Faulbrut
erzeuge. Er selbst will durch die Ftterung mit diesem Honig einige hundert
seiner Stcke eingebsst haben.[49] Nach minder verbreiteten Ansichten
wurde die Entstehung dieser Krankheit von giftigem Honig, (Blthensaft),
den die Bienen von der Tracht holen sollten, abgeleitet. Ferner sollte die
Faulbrut durch den Bienenwrter selbst hervorgebracht werden, wenn er etwa
an verdorbenen Sften, z. B. an der Scrophulosis und noch rgeren
Krankheiten litt. Auch vermuthete man, dass ein Fadenpilz, Mucor
mellitophorus, der im Chylusmagen der Bienen vorkommt, auf die
Futtersaftbereitung der Bienen einen nachtheiligen Einfluss be, die Brut
daher ein nicht hinreichend verdautes Futter erhalte und dieser Pilz also
die indirecte Folge der Faulbrut wre. Endlich wurde in neuester Zeit sogar
Strassenstaub, der in die Brutzellen dringe, als Ursache des Sterbens und
nagtrglichen Verwesens der Bienenlarven angesehen.

Die Ansicht, dass die Faulbrut durch pltzlichen Volksverlust und daraus
resultirende Verkhlung und schliessliches Erfrieren oder Verhungern der
Brut und dergleichen angefhrte Ursachen entstehe, kann nur auf die
sogenannte nicht ansteckende Faulbrut bezogen werden. Die Ftterung der
Bienen mit amerikanischem oder polnischem Honig kann nur in dem Falle
Faulbrut erzeugen, wenn diese Honigarten von faulbrtigen Bienen abstammen,
oder wenigstens Honig von kranken Stcken beigemischt enthalten. Dies
findet nun freilich sehr hufig statt, z. B. in denjenigen Lndern
(Russland, Nordamerika), wo man die Bienen im Herbst, um den Honig zu
ernten, abschwefelt und nun Honig, Bienenbrod (Pollen), Wachs, Brut und
selbst Bienen ohne Unterschied von gesunden und kranken Stcken zu einem
Brei verarbeitet und durch Siebe den Honig, oder richtiger berhaupt die
flssigen Krper von den festen Bestandtheilen abfiltrirt. Ein solcher
Honig den Bienen gereicht, oder auch von den Bienen selbst zufllig
genascht, muss die Krankheit unbedingt erzeugen. Aber dies wrde nur als
eine secundre Ursache der Faulbrut zu betrachten sein. Saurer oder in
Ghrung bergegangener Honig, wenn er nur nicht von kranken Stcken
herrhrt, schadet den Bienen nichts, wenigstens verursacht er die Faulbrut
nicht. Ich habe oftmals absichtlich Honig mit einem Ferment versetzt, die
Ghrung eintreten lassen und den Honig sehr stark suerlich den Bienen
verfttert, ohne davon den geringsten Schaden, geschweige die Faulbrut
wahrzunehmen. Auch Dzierzon sagt irgendwo, dass saurer Honig den Bienen
nichts schade.

Die Entstehung der Faulbrut vom sogenannten giftigen Honig oder Thau
herzuleiten, was Einige thun, ist wohl etwas zu weit hergeholt. Denn
sollten die Bienen wirklich giftigen Honig und dergleichen eintragen, so
msste die Krankheit sich hufiger wiederholen, es msste nicht ein Stock
eines Bienenstandes krank werden, sondern gleich, oder sehr bald darauf
mehrere oder alle Stcke des ganzen Standes erkranken; denn bekanntlich,
wenn es eine gute Tracht giebt und namentlich einen Honigthau, so wird
nicht blos der eine Stock diese Tracht benutzen, sondern alle Stcke
zugleich. Noch viel weiter hergeholt ist aber jedenfalls die Entstehung der
Faulbrut von den Ausdnstungen kranker (scrophulser etc.) Menschen, die
mit den Bienen umgehen. Solch eine Ansicht bedarf eines Commentars nicht,
sondern fllt von selbst zusammen. Was nun den Fadenpilz anlangt, der eine
Strung der Futtersaftbereitung im Chylusmagen hervorbringen soll und
dadurch, wie oben erwhnt, auf indirecte Weise die Faulbrut erzeuge, so ist
dies schon darum unmglich anzunehmen, weil Bienen ganz gesunder, nicht
faulbrtiger Stcke oft mit diesem Pilze sehr behaftet sind, whrend
diejenigen faulbrtiger Stcke sehr hufig gar keine Pilze beherbergen, was
ich in den Gouvernements Moskau und Smolensk an meinen Bienen oftmals
beobachtet habe. Wenigstens waren die Bienen meiner smmtlichen Stcke
pilzlos. Endlich was die Entstehungsweise der Faulbrut von Strassenstaub
betrifft, so msste es denn sein, dass der Staub in solcher Masse in die
Brutzellen dringt, dass er die Stigmen und Poren der Bienenlarven gnzlich
verstopft und somit den Erstickungstod der Larven hervorruft, was aber noch
nicht die Faulbrut wre. Ebenso kann auch grnspahnhaltiger Honig die
eigentliche Faulbrut nicht erzeugen.

Wie man sieht, sind die hier erwhnten Ansichten ber die Entstehungsweise
der Faulbrut sehr problematischer Natur und beruhen auf blossen und sehr
unhaltbaren Hypothesen. Nachdem ich aber alle Ansichten der Bienenzchter
ber die Entstehungsart der Faulbrut verworfen habe, wird man an mich die
Frage richten, wovon entsteht denn eigentlich die Faulbrut? Diese Frage
habe ich schon bei der Schilderung der Lebensweise von Phora incrassata
beantwortet. Dieses Dipteron ist die wirkliche Ursache der Faulbrut. Den
Parasitismus dieser Fliege als Larve in den Bienenlarven habe ich bereits
im Jahre 1859 in Podolsk bei Moskau beobachtet und in der Bienenzeitung von
1860 N. 1, pag. 11 beschrieben.

Man wird mir vielleicht einwenden und meinen, sollte denn wirklich die
Faulbrut vom Parasitismus einer Fliege herrhren? Sollte es nicht eher
umgekehrt der Fall sein, ist nicht vielmehr die Faulbrut die Ursache des
Parasitismus der Fliege, d. h. legt nicht vielleicht die Fliege ihre Eier
erst dann in die Bienenlarven, wenn Letztere bereits gestorben sind? Dies
muss ich, auf meine Beobachtungen gesttzt, absolut verneinen. Man kann
sich sehr leicht von der Gegenwart kleiner Phoridenlarven in den noch
unverdeckelten lebenden Bienenlarven berzeugen, wenn man diejenigen Larven
aus der Nhe der Faulbrtigen zur Untersuchung whlt. Man schneide nur den
Kopf dieser Larven ab und presse vorsichtig den Inhalt heraus, mit welchem
man, wenn viele Larven untersucht werden, von den Einen oder Anderen den
Parasiten herausbefrdern wird. Benutzt man eine ziemlich stark
vergrssernde Loupe, so geht man sicherer; man whle dann diejenigen
Larven, welche zwischen irgend einem Ringelpaar eine feine Narbe wahrnehmen
lassen. Die Narbe rhrt von der Legrhre der Fliege her, welche die
Bienenlarve damit anbohrte. Bei einiger Uebung lsst sich sogar das
Fliegenei aus der Bienenlarve herausholen. Das Ei befindet sich, wie schon
erwhnt, gleich unter der Haut der Bienenlarve. Die ausgeschlpften
Phoridenlarven bohren sich sogleich, wie das schon frher angegeben war,
tiefer ins Innere der Bienenlarven ein und schlagen ihren Wohnsitz im
Fettnetze auf. Nach fnf Tagen schon sind die Phoridenlarven ausgewachsen
und dies fllt regelmssig in die Zeit, wenn sich die Bienenlarve schon
eingesponnen hat und ihre Verwandlung zur Nymphe erwartet. Nur in sehr
seltenen Fllen traf ich auch Phoridenlarven in bereits schon zu Nymphen
verwandelten Bienenlarven an. Ist die Phoridenlarve erwachsen, so verlsst
sie auf die bereits beschriebene Weise die Bienenlarve, um sich im Gemll
des Stockes oder in der Erde zu verpuppen. Und jetzt erst geht die
Bienenlarve in Fulniss ber. Dies geschieht aber nicht sogleich. Den
ersten Tag ist die Bienenlarve noch vllig frisch und es lsst sich an ihr
blos an ihrem hinteren Theile eine sehr feine Oeffnung erkennen, durch
welche die Phoridenlarve herauskroch. Die Oeffnung war ursprnglich
grsser, durch Zusammenziehen der Haut aber bald nach dem Ausschlpfen der
Phoridenlarve erscheint sie sehr klein, jedoch mit dem blossen Auge
deutlich sichtbar. Den folgenden Tag aber schon bemerkt man an der Wunde
der Bienenlarve die Wandungen des Larvenkrpers dunkler, gelb geworden, den
dritten Tag schon fast braun und eine grssere Ausdehnung bis fast zum
vierten Ringe angenommen. Den vierten Tag wird die Bienenlarve bis zum
siebenten Ringe brunlich und die hintersten Leibesringe sind gewhnlich
schon in eine schleimig zhe Flssigkeit zerflossen. Den fnften Tag wird
der Rest der Larve brunlich und die halbe Larve ist zerflossen. Den
sechsten Tag hat sich die ganze Larve in eine homogene, schleimige und wie
schon frher erwhnt, nach Leim riechende Masse verwandelt, nur die derbere
chitinse Epidermis bleibt unzerstrt. In diesem Zustande bleibt die Masse
noch fnf Tage, dann fngt sie an allmhlich immer dickflssiger zu werden,
bis sie nach weiteren fnf Tagen zu einer harten dunkelbraunen Masse an den
Boden und den Wandungen der Zellen eintrocknet. Die eingetrocknete Masse
pflegt gewhnlich ein Viertheil der Zelle auszufllen.

Unter dem Microscop betrachtet, erscheint die faulbrtige Masse
wellenfrmig gestreift, hin und wieder bemerkt man einige runde Krnchen,
die aus unverdauten Pollen, oder eigentlich Cellulose bestehen. Von einer
Pilzbildung ist keine Spur wahrzunehmen.

Versetzt man die faulbrtige Masse mit einer doppelten Gewichtsmenge kalten
destillirten Wassers, so wird nur ein sehr geringer Theil der Masse vom
Wasser aufgelst. Das Wasser bekommt eine braun-rthliche Frbung. Die
faulbrtige Masse schwimmt nicht auf dem Wasser, sondern sinkt unter, ist
also specifisch schwerer als das Wasser. Eine vier- bis zehnfache
Wassermenge vermochte auch nur wenig mehr von der Masse aufzulsen. Bei
vorsichtigem Eindampfen in mssig erwrmtem Sandbade bekam die Auflsung
eine syrupartige Consistenz von brauner Farbe und schmeckte etwas ssslich
mit bitterem Nachgeschmack. Sie bestand aus Extractivstoff und ein wenig
Traubenzucker.

Ganz anders wirkte heisses Wasser auf die Faulbrutmasse ein. Eine doppelte
Gewichtsmenge heissen Wassers auf die Masse infundirt, lste nahezu den
vierten Theil der Masse auf. Noch mehr, die vierfache Gewichtsmenge heissen
Wassers auf die Masse aufgegossen und zwlf Stunden in der Wrme stehen
gelassen, lste sogar etwas ber die Hlfte von der Brutmasse auf. Die
filtrirte Lsung hatte eine gelbbrunliche Frbung und gerann beim Erkalten
zu einem dnnen, klebrigen, durchsichtigen Gele. Im kalten Wasser lste
sich dieses Gele in jedem Verhltniss auf. Beim Versetzen eines Theils der
Lsung mit Alcohol entstand ein faseriger weisser Niederschlag.
Desgleichen, wurde die Lsung mit einer Auflsung von einer geringen Menge
Pyrogallussure versetzt, so entstand ein weisser Niederschlag, der sich
aber am Boden des Gefsses als eine ziemlich zhe klebrige Masse
festsetzte. Aether, Alcohol und Benzol lsten nichts vom Gele auf. Dagegen
verdnnte Schwefelsure, Salz- und Essigsure wirkten auf ihn vllig
auflsend. Der Luft ausgesetzt, ging das Gele in Zeit von 48 Stunden bei
einer Temperatur von +18 in Fulniss ber und zeigte eine saure Reaction.
Beim Eindampfen und spteren Erkalten erstarrte die Flssigkeit zu einer
vollstndigen Leimmasse. Nach diesen chemischen Untersuchungen zu
urtheilen, scheint mir die mit heissem Wasser aus der Faulbrutmasse
extrahirte Flssigkeit aus Glutin zu bestehen.

Die festen im Filtrum zurckgebliebenen Krper der Faulbrutmasse liessen
deutlich die Larvenhaut erkennen. Alcohol lste in der Wrme whrend einer
vierundzwanzigstndigen Digestion etwas von der Masse auf und frbte sich
brunlich gelb. Durch eine achtfache Quantitt kalten Wassers wurde ein
gelblicher, pulverfrmiger Niederschlag gefllt, der aus einem Harz
bestand, welches angezndet mit hellleuchtender russender Flamme
verbrannte. In Aether und Benzol war das Harz lslich. Auf die mit Alcohol
ausgezogene unlsliche Masse blieben Aether und Benzol wirkungslos,
desgleichen auch in der Klte weder verdnnte Essigsure noch Kalilauge.
Die Masse bestand aus Chitin.

Der trocknen Destillation unterworfen lieferte die faulbrtige
Masse folgende Resultate: Zehn Drachmen vorsichtig aus den Zellen
herausgenommener fauler Brutmasse wurden in eine kleine Glasretorte
gethan und in einem Sandbade bei anfangs sehr gelinder Spiritusflamme der
Destillation unterworfen. Zuerst ging, wie zu erwarten war, Wasser ber.
Nach dem eine Drachme Wasser bergegangen war, zeigte die berdestillirende
Flssigkeit eine schwach alkalische Reaction. Es wurde sogleich mit dem
Recipienten gewechselt. Es mochte ungefhr noch eine Drachme alkalisches
Wasser bergegangen sein, so sah man feste weisse Bltter mit der
Flssigkeit bergehen, was aber sehr bald wieder aufhrte. Es wurde
nochmals fractionirt. Jetzt ging strker alkalisch reagirendes Wasser ber,
zugleich mit sehr wenigem braunem empyrheumatischem Oele, welches auf dem
Wasser schwamm. Bald darauf setzte sich an den Seiten des Retortenhalses
kohlensaures Ammoniak in geringer Quantitt an. Nachdem im Ganzen eine
halbe Unze Flssigkeit berdestillirte, erschien mit wenig alkalischem
Wasser ein dunkelbraunes Oel, welches im Wasser untersank. Die Destillation
wurde bis zur Trockne fortgesetzt und im Ganzen gingen fnf und eine halbe
Drachme flssige und fnfzehn Gran feste Destillationsprodukte ber. In der
Retorte blieb eine stark glnzende, sehr harte Kohle zurck. Das alkalische
Wasser enthielt Ammoniak. Die Oele schienen denen, die man bei der trocknen
Destillation der Knochen erhlt, analog zu sein. Die festen weissen Krper,
die gleich nach dem Wasser bergingen, bestanden aus reinem, aber brenzlich
riechendem Wachs,[50] welches spter durch Sauerstoffaufnahme aus der Luft
sich brunte. Das im Retortenhalse angesammelte Salz war, wie erwhnt,
kohlensaures Ammoniak.

Gleiche Resultate lieferten die Untersuchungen an der schon eingetrockneten
Brutmasse. Einer trocknen Destillation wurde sie jedoch nicht unterworfen.

Jetzt darf ich einen Umstand aber nicht lnger verschweigen. Nicht alle
faulbrtigen Bienenlarven enthielten den obigen Parasiten. Viele, ja sogar
der grsste Theil der faulbrtigen Larven besassen gar keine Oeffnung in
dem eingefallenen Deckel und es liess sich auch nicht nachweisen, dass in
ihnen ein Parasit gewesen ist.

Die Zersetzung der Larven begann nicht, wie bei denjenigen, welche den
Parasiten beherbergten, in den letzten Leibesringen des Krpers, sondern
man fand den Brand, wie ich die Krankheit nenne, im Darmkanal den Anfang
nehmen, welcher stark braun und in einigen Tagen fast schwarz erschien. Von
dem Darmcanal verbreitete sich der Brand nach allen Seiten des Krpers hin.
Am vierten Tage ist gewhnlich schon die ganze Fettsubstanz und das
Tracheensystem in Zersetzung bergegangen und die Stigmen werden durch eine
braune, den Brand andeutende Frbung deutlich markirt. Am fnften Tage
ergiesst sich der schleimige Inhalt aus dem Darm durch die Mundffnung der
ebenfalls mit dem Kopfende nach dem Zellenboden gerichteten Larve, wie wir
diese Stellung bei denjenigen Bienenlarven, die vom Parasiten heimgesucht
waren, kennen lernten, in die Zelle. Jetzt geht die Zersetzung rasch vor
sich: den sechsten, sptestens den siebenten Tag berstet die Larvenhaut an
der einen Krperseite und die ganze Larve geht in die schon erwhnte
schleimige, zhe Flssigkeit ber, welche sowohl unter dem Microscop
gesehen, als auch chemisch untersucht, von der Masse derjenigen
Bienenlarven, welche der Parasit verliess, sich in Nichts unterschied.

Jetzt drngt sich unwillkrlich die Frage auf, wovon diese Bienenlarven
wohl an der Faulbrut erkrankt sein mgen, da sie doch von Parasiten
gnzlich frei waren? Gewiss nur durch das Miasma, welches von den
ursprnglich vom Parasitismus der Phoridenlarven gestorbenen und
schliesslich verwesenden Bienenlarven im Stocke entstanden ist.

Wenn man bedenkt, welch einen mephytischen Geruch auch nur einige hundert
faulbrtigen Bienenlarven im Stocke verbreiten, so wird wohl die Erkrankung
gesunder Larven von solchen eingeathmeten Gasen erklrlich genug
erscheinen. Aber das Contagium braucht ja auch nicht einmal durch die
ausstrmenden schdlichen Gase, welche die Bienenlarven einathmen,
bertragen zu werden. Die Arbeitsbienen, welche sowohl die kranken als auch
die gesunden Bienenlarven pflegen, sind selbst das Medium, welches das
Contagium von den kranken Bienenlarven auf die gesunden hinberpflanzen
knnen und nothwendig mssen.

Dass aber nicht jede Bienenlarve im faulbrtigen Stock vom Contagium
angesteckt wird und stirbt, sondern manche Larven, wie oben erwhnt,
inmitten der faulbrtigen befindlich, sich zum vollkommenen Insect
heranbilden, drfte in dem Analogon seine Erklrung finden, dass wir das ja
auch unter den ansteckendsten Krankheiten des Menschen, z. B. der Pest,
asiatischen Cholera, Typhus antreffen, wo oft Menschen, welche in demselben
Hause, ja hufig in dem nmlichen Zimmer, in welchem der Kranke oder
Verstorbene lag, mit diesem die ganze Zeit whrend der Krankheit zusammen
wohnten und dennoch von der Krankheit des Patienten verschont blieben. Ganz
so ist es auch mit der Bienenbrut: nicht jede Bienenlarve ist fr die
Krankheit empfnglich.

=Prophylaxis=. Die Vorbeugungsmittel sind sehr schwer zu treffen. Man wird
es nie verhindern knnen, dass die Fliege in die Stcke dringt. Die
Arbeitsbienen scheinen eben auch keine ernstliche Jagd auf sie zu machen.
Denn ich habe hufig die Fliegen in den Stcken an den Wnden und auf den
Waben unbehindert herumlaufen sehen, ja, sie laufen manchmal ber einen
ganzen Bienenklumpen hinweg. Manchmal werden sie auch wohl von den Bienen
verfolgt. Die Bienen fassen sie aber nicht, wie sie es gewhnlich mit
anderen Insekten zu thun pflegen, sondern kehren wieder um, was sie z. B.
auch bei der Verfolgung der Ameisen thun, vor denen sie einen gewissen
Respect oder Widerwillen zeigen. Uebrigens ist die Phoride so behend, dass
es nur in den seltensten Fllen den Bienen gelingen mchte, sie zwischen
ihre Mandibeln zu bekommen. Das Wegfangen dieser Fliegen von Seiten des
Bienenzchters aus der Nhe seiner Stcke ist wohl zu empfehlen, allein das
Thierchen drfte seiner Kleinheit und unscheinbaren Frbung wegen meist
bersehen werden, und ausserdem ist es so flink, dass es nur schwer
gelingen wrde, seiner habhaft zu werden. Ist aber die Faulbrut einmal in
einem Stocke ausgebrochen, so ist nur ein Mittel da, dem Untergange des
Stockes vorzubeugen: die faulende Brut, oder sicherer, die ganze
verdeckelte oder der Verdeckelung nahe Brut zu entfernen und an Stelle der
entnommenen Bruttafeln dem Stocke leere Wachstafeln einzuhngen. Mit dem
Ausschneiden der Bienenbrut wird zugleich auch die Brut der Phoride
entfernt und so eine Vermehrung der Fliege verhindert, wie auch dem
Umsichgreifen der Krankheit ein Ziel gesetzt. Dies muss aber sogleich im
Anfange der Krankheit geschehen. Denn hat das Uebel eine grssere Dimension
erreicht und die Influenz auch auf die gesunden Bienenlarven sich
erstreckt, dann ist das Mittel zu spt angewandt und der ganze Stock, sammt
seinem Volk und Bau muss fortgeschafft und vernichtet werden, damit nicht
auch andere gesunde Stcke einer Infection unterliegen. Das Tdten des
Bienenvolkes rathe ich auf folgende Weise zu unternehmen, wie ich das in
neuester Zeit an meinen Stcken that. Man nehme einen Theil pulverisirtes
Manganhyperoxyd (Braunstein), 4 Theile Kochsalz, mische beide Jngredienzien
recht tchtig zusammen, stelle sie in einem irdenem Gefss auf den Boden
des faulbrtigen Stockes und giesse darauf 2 Theile -- oder auch mehr, es
kommt darauf nicht so genau an, es ist sogar noch besser, wenn man mehr
nimmt -- rohe kufliche Schwefelsure und verschliesse sogleich den Stock.
Durch die Einwirkung der Schwefelsure auf das Gemenge von Manganhyperoxyd
und Kochsalz entwickelt sich Chlorgas, welches die Bienen tdtet. Die
todten Bienen kehrt man aus dem Stock heraus und vergrbt sie in die Erde.
Die Brut schneidet man aus den Tafeln heraus, und damit das Wachs nicht
verloren geht, schmilzt man die Bruttafeln ein. Die Honigtafeln und die
leeren Wachstafeln hngt man aber wieder in die Bauten ein und entwickelt
nochmals nach der angegebenen Methode recht viel Chlorgas und zwar so, dass
man zwei Unzen Manganhyperoxyd, acht Unzen Kochsalz und vier bis sechs
Unzen Schwefelsure nimmt. Die Baute wird zwei Tage lang verschlossen
gehalten. Dann kann man die Wachs- und Honigtafeln nach meiner Erfahrung,
ohne Furcht, anderen Stcken geben, oder fr Ablager verwenden. Das
Chlorgas, wenn es in hinreichender Menge entwickelt wurde, zerstrt alles
Miasma.

Wenigstens hat der Verfasser ohne Schaden Wachs- und Honigtafeln, so wie
die Baute benutzen knnen. Wenn alle Stcke von der Faulbrut befallen sein
sollten, dann ist es allerdings sehr schlimm, dann wird man sie wohl alle
verlieren und sich von neuem Bienen anschaffen mssen. Uebrigens wird es
ein rationeller Bienenzchter so weit nicht kommen lassen, sondern ist ein
Stock von dieser Krankheit befallen, so wird er ihn vor der Zeit schon auf
die angegebene Weise entfernen.

Die meisten Bienenzchter, sogar die grssten Autoritten, wie Dzierzon, v.
Berlepsch und Kleine rathen, die Kniginnen aus den faulbrtigen Stcken
auszufangen und dieselbe zu Ablegern u. s. w. zu verwenden, indem sie
sagen, dass die Kniginnen die Faulbrut nicht herberpflanzen.

Der Verfasser hat zwei Versuche mit Kniginnen aus faulbrtigen Stcken
angestellt und fand, dass die Kniginnen ebenso, wie die Arbeitsbienen das
Contagium fortpflanzen.


FAMILIE. BRAULINA _Egger_. BIENENLUSE.

     Taf. II. Fig. 7-8a.


  Egger in Verhandl. des zool.-botan. Vereins in Wien, Tom. III. pag. 401.


=Characteristik=. Eine bis jetzt nur eine Gattung und Art reprsentirende
flgellose Dipteren-Familie, die wie die =Hippobosciden= und =Nycterebien
pupipar= ist.

Der Kopf senkrecht stehend, vom Rckenschilde getrennt, sehr gross, fast
von der Breite des Thorax, dreieckig, vorn gewlbt, hinten flach ohne Augen
und Ocellen. Rssel kurz, hutig, hohl, mit zwei elliptischen dnnen,
senkrecht neben einander liegenden Platten versehen. Taster kurz, kolbig,
Oberlippe von den Kinnladen scheidenartig umgeben. Unterlippe ungegliedert.
Fhler kurz, in tiefen Stirnhhlen eingesenkt, dreigliederig, mit kugeligem
Endgliede und gefiederten Rckenborsten.

Brustringe zu einem gemeinschaftlichen Brustkasten verschmolzen, dieser
halb so lang als der Kopf, ringfrmig, nach hinten etwas erweitert,
jederseits mit einem grossen Stigma versehen.

Schwinger, ebenso wie die Flgel fehlend. Beine nahe der Mittellinie der
Unterseite des Brustkastens eingefgt, kurz, von gleicher Lnge mit dicken,
flach gedrckten Schenkeln, ein Wenig gebogenen Schienen und fnfgliedrigem
Fuss. Die vier Wurzelglieder kurz, quer; das Endglied quadrangulr; die
Klauen von 30 bis 32 am Vorderrande des Endgliedes befindlichen
borstenartigen und kammartig gereihten einschlagbaren Zhnchen gebildet;
Haftlppchen dnngestielt, kolbig.

Der Hinterleib hoch gewlbt, im Umkreise eifrmig, fnfringelig, stark
borstig.

In anatomischer Hinsicht, wenigstens was die weiblichen Genitalien anlangt,
stimmen die Braulina mit den Hippobosciden sehr berein. Die Eierstcke
bilden auch hier nach meiner Untersuchung zwei ovale Scke, aus welchen die
Eileiter durch einen kurzen Eiergang in einen gerumigen, fast herzfrmigen
Sack (Uterus) mnden. Receptaculum seminis scheint zu fehlen, wenigstens
habe ich ihn nie auffinden knnen. Eine Secretionsdrse mit zahlreichen
baumartigen Verzweigungen vorhanden. In beiden Eierstcken sind im Ganzen
nur vier Keime anzutreffen, die, jeder einzeln, ihre Ausbildung zu
erwachsenen Larven im Uterus erhalten und die Larven daselbst von dem durch
die Secretionsdrse abgesonderten Saft leben. Wenn die Larve im Mutterleibe
erwachsen ist, legt die Braula sie ab, oder vielmehr, sie lsst sie einfach
fallen und giebt sie dem glcklichen Zufall preis.

Die Larven (Taf. II. Fig. 7.) sind 0,5''' lang, elfringelig -- die
Ringelung jedoch nur unter dem Mikroskop sichtbar -- ganz glatt, weiss,
acephal, d. h. blos mit zwei usserst kleinen, in den Krper sehr
einziehbaren braunen Hkchen bewaffnet, am hinteren Ende mit zwei sehr
kleinen in eckigen Vertiefungen stehende Stigmen versehen, also
metapneustisch.

Schon denselben Tag, nachdem sie gelegt worden, erhrtet ihre Haut und sie
stellt so eine ovale Tonnenpuppe dar, welche aus elf feinen Ringen besteht
und eine anfangs schmutziggelbliche, spter eine dunklere, fast brunliche
Farbe erhlt.


GENUS. BRAULA _Nitsch_. BIENENLAUS.


  Nitsch, die Familien und Gattungen der Thierinsekten, in Germars u.
     Zinkens (Sommers) Magazin fr Insektenkunde. Tom. III. (1818) pag.
     286, 314.


Character der Familie.


BRAULA COECA _Nitsch_. BLINDE BIENENLAUS.


  Nitsch, die Famil. u. Gattung. etc. in Zinkens Magaz. fr Insektenkunde.
     Tom. III. 1818. pag. 286, 314.

  Raumur, Mmoires pour serv. d'hist. nat. d. Ins. Tom. V. pag. 717. Tab.
     38. Fig. 1-3.

  Costa, Atti del r. instit. d'incorag. Tom. VII. 1845. (Entomobia apum.)

  Egger, Beitr. z. besseren Kenntniss der Braula coeca Nitsch (Verhandl.
     des zool.-botan. Ver. in Wien). Tom III. pag. 401. ff.

  Schiner, Fauna Austriaca, Diptera, pag. 650.


=Characteristik=. Hornartig, glnzend brunlich-rostfarben; Fhler
gelblich; Borsten und Haare schwarz. -- Lnge 0,5 bis 0,75'''.

=Lebensweise=. Das vollkommene Insekt ist ein Ectoparasit, welcher
bestndig auf den Bienen lebt und sich von dessen Sften nhrt. Auf der
Biene bewegt das Thierchen sich mit grosser Sicherheit, luft auf ihr sehr
flink herum, jedoch nur vorwrts, whrend andere Pupiparen auch rckwrts
gehen, und fllt selbst beim Fluge der Biene von dieser nicht ab. Sein
eigentlicher Aufenthaltsort auf der Biene ist das Rckenschild. Im Stock,
wo die Bienen dicht aneinander oft in Kettenform sich befinden, wechselt es
manchmal seinen Wirth, indem es von dem Bein der einen Biene auf das Bein
der andern kriecht und sich dann auf den Thorax begiebt. Hier angelangt,
drngt es seine Fsse dicht aneinander, fhrt mit den Kmmen in die hier
bei der Biene sehr dichte Behaarung hinein, welche sie auseinander drckt
und sodann gleichsam schnellend auf das Rckenschild gelangt, wo es sich
mit seinem hohlen Rssel festsaugt und oft stunden-, selbst tagelang
unbeweglich sitzt. Manchmal trifft man das Thierchen jedoch, selbst beim
Herumkriechen der Bienen im Stocke, in schaukelnder Lage, in welchem Falle
es sich alsdann nur mit den Mittel- und Hinterbeinen auf dem Thorax der
Biene festhlt, whrend die Vorderfsse damit beschftigt sind, die Haare
der Biene gleichsam spielend zu kmmen.

Von der Biene entfernt, sind diese Insekten gar nicht im Stande, sich
ordentlich fortzubewegen[51] und sterben nach wenigen Stunden. Nur die
jungen aus den Puppen herausgekrochenen Individuen besitzen eine ziemliche
Lebenstenacitt und bleiben bis gegen 96 Stunden am Leben, was daher rhrt,
weil sie im Magen noch hinreichend Nahrungsstoff aus dem Puppenschlaf
besitzen.

Die Bienenluse kommen meist einzeln, hufig aber auch in sehr grosser
Menge, oft ber hundert Stck auf einer Biene vor. Alle drei
Bienenindividuen werden von ihnen belstigt. Doch sollen sie vornehmlich
die Kniginnen qulen und zu diesen eine besondere Vorliebe zeigen, so
dass, wenn man die Knigin von ihnen reinigt, die Knigin in kurzer Zeit
von diesen Epizon wieder behaftet ist.[52] In manchen Jahren sind diese
Thiere in einigen -- ohne Unterschied in schwachen oder starken -- Stcken
sehr hufig und zwar in solcher Anzahl, dass fast jede Arbeitsbiene eine
Bienenlaus auf sich hat,[53] ja, manche Arbeitsbienen wimmeln von ihnen in
derselben Menge, wie die Kniginnen.[54]

In diesem Sommer (1864) wurden auch meine italienischen Bienen in Leipzig
von diesen Thieren geplagt, jedoch habe ich die Knigin mit Lusen nicht
behaftet gesehen, sondern meist nur die Arbeitsbienen und auch einige
Drohnen. Gegen den Herbst hin verloren sich die meisten, doch sind auch
noch gegenwrtig (November) einige wenige zurckgeblieben und werden wohl
wahrscheinlich mit den Bienen berwintern.

Die Begattung der Bienenluse geschieht wahrscheinlich auf den Bienen
selbst, da, wie erwhnt, diese Thierchen, von den Bienen heruntergenommen,
sich nur sehr unbeholfen bewegen. Doch habe ich den Begattungsact nicht
beobachten knnen.[55]

Ueber die Lebensweise der Larven wurde schon oben gesprochen. Wenn das
vollkommene Insect die Puppenhlle verlsst, was 13 Tage nach der
Verpuppung geschieht, sitzt es ganz still auf dem Boden des Stockes und
harrt hier, gleich den Meloidenlarven, auf den Blthen, des Zufalls, wenn
in ihre Nhe eine Biene kommt, welche sie dann flugs an den Beinen besteigt
und auf die beschriebene Art auf das Rckenschild derselben gelangt. In den
ersten zwei Tagen ist das Thierchen strohgelb und besitzt ein weiches
Hautskelett. Erst den dritten Tag erhrtet die Haut und nimmt eine braune
Frbung an.

=Geographische Verbreitung=. Die Bienenlaus scheint mehr in dem Westen
Europas vorzukommen. Sie ist in ganz Deutschland, Frankreich und Italien
anzutreffen. In Russland scheint sie mit Ausnahme der Ostseeprovinzen, wo
ich sie beobachtet habe, zu fehlen. Wenigstens habe ich sie in Russland
trotz meines mir frher gehrenden ziemlich grossen Bienenstandes nie
getroffen und berhaupt ist sie den Bienenhaltern daselbst in den
verschiedenen von mir bereisten Gouvernements sowohl nrdlichen, mittleren,
als auch sdlicheren, gnzlich fremd.

=Apistische Bedeutung=. Im Allgemeinen schaden diese Epizon den Bienen
nicht viel, weil sie meist nur vereinzelt vorkommen. Sind sie aber in
grsserer Anzahl in einem Stocke vorhanden, etwa so, dass es kaum eine
Biene giebt, welche nicht vom Schmarotzer behaftet wre, oder gar, wenn
mehrere Bienenluse auf einer Biene und namentlich auf der Knigin ihren
Aufenthalt nehmen, dann allerdings erwchst dem Bienenzchter daraus ein
Verlust. Die Arbeitsbienen, die mit Lusen behaftet sind, erscheinen matt
und sie sind im Arbeiten trge -- das habe ich namentlich in diesem
Frhjahre (1864) an meinen italienischen Bienen bemerkt -- mgen auch wohl
durch ihren Sfteverlust, den die Schmarotzer absorbiren, frher als
gewhnlich sterben. Die Kniginnen, die mit diesen Parasiten zu sehr
behaftet sind, erscheinen stets abgemattet und sterben im Winter[56],
wodurch der Stock natrlich, wenn man ber eine andere Knigin, die man ihm
im Frhjahr geben kann, nicht zu verfgen hat, eingeht.

=Prophylaxis=. Das Mittel, welches nach Egger[57] der Canonicus Stern
angiebt, um das weitere Umsichgreifen der Lusekrankheit bei den Bienen zu
verhten, besteht im Abstreifen der Bienenluse mit der Fahne einer Feder
von den Bienen. Dies drfte jedoch nur dann Anwendung finden knnen, wenn
etwa die Knigin oder nur wenige Arbeitsbienen mit Lusen behaftet sind.
Finden sich aber die Luse in der Menge, wie es z. B. von Bose im Jahre
1858 beobachtet hat (a. a. O.), wo jede Biene belaust war, so drfte wohl
dieses Mittel unanwendbar sein.

Da die Bienenluse, wie oben erwhnt, ihre Larven auf dem Boden des Stockes
ablegen, so ist jedenfalls das Practischste, wenn man die Stcke so hufig
als mglich vom Gemll reinigt, auf welche Art man dann mit diesem auch die
Braulalarven entfernt. Namentlich muss man auch die Fugen etc. gut
reinigen.




VERMES. WRMER.

CLASSE. NEMATHELMINTHES _Vogt_. RUNDWRMER.

     (=Nematoidea= _Rudolphi_.)


GORDIACEA _von Siebold_. SAITENWRMER.


=Characteristik=. Fadenfrmige Wrmer, zuweilen mit Papillen besetzt, mit
Mund und den Darm vertretenden, die ganze Leibeshhle durchziehendem
Zellenkrper, ohne After, Gefss- und Nervensystem.[58]


FAMILIE. GORDIIDEA _Diesing_. GORDIEN.


  Diesing, Revision der Nematoden. (Sitzungsberichte der kaiserl. Academie
     der Wiss. zu Wien. Mathem. naturwiss. Classe. Tom. 42. pag. 599.)


=Characteristik=. Sehr dnne Wrmer von verschiedener Lnge, von 1'' bis
gegen 4'', im Allgemeinen von brauner Farbe, die bald dunkler bald heller,
oft gelb erscheint. Die Mnnchen glnzend und dunkler. Kopf ohne Papillen.
Oesophagus kurz, in das zellige Krperparenchym sich ffnend. Schwanz beim
Mnnchen gegabelt; Geschlechtsffnung an der Theilungsstelle befindlich mit
Stacheln besetzt, aber keine Spicula vorhanden. Weibliche
Geschlechtsffnung an der Schwanzspitze.

Die Jungen besitzen einen schlauchfrmigen Krper, der einen deutlichen
Schwanztheil wahrnehmen lsst. Am Vordertheil des Krpers mit Haken
bewaffnet.

=Lebensweise=. Die Gordien sind Endoparasiten, welche sich in der Jugend in
die verschiedensten Insecten aller Ordnungen, aber auch in Arachniden und
Schnecken einbohren, sich hier einkapseln und spter in der Leibeshhle von
der Fettsubstanz des Thieres sich nhrend, eine Metamorphose bestehen und
allmhlich ihre Geschlechtsreife erlangen. Nachdem sie geschlechtsreif
geworden sind, bohren sie sich durch die Haut ihrer Wirthe wieder nach
Aussen durch, um ins Freie zu gelangen, wo sie dann im Wasser leben, sich
begatten und Eier legen. Bei der Begattung wickelt sich das Mnnchen mit
seinem Hinterende mehrmals spiralfrmig um das Hinterende des Weibchens und
bleibt lngere Zeit in dieser Position. Die Eier werden nicht einzeln
abgelegt, sondern sie sind durch eine schleimige Masse, die spter
erhrtet, zu einer Schnur verbunden, die sich spiralig eng zusammenwickelt
und so einen dickeren rundlichen Klumpen darstellt, den man wieder
auseinander wickeln kann. Die Gesammtmenge der gelegten Eierschnre betrgt
bei manchen grossen Weibchen ber acht Fuss[59] und liegt auf dem Boden im
Wasser oder an Pflanzenstengeln u. s. w.

=Geographische Verbreitung und Artenzahl=. Die Gordien kommen, da es
Parasiten der Insecten berhaupt sind, berall in der ganzen Welt mit
diesen vor. Diesing zhlt in seinem Systema Helminthum 118 Species, die er
aber fast nur nach den Wirthen, in welchen sie angetroffen wurden,
unterschied, welche aber nach von Siebold[60] als sehr fragliche Species zu
betrachten sind, und Diesing hat spter in seiner Revision der
Nematoden[61] den grssten Theil seiner frheren Species eingezogen und die
vorhandenen genauer characterisirt, so dass gegenwrtig im Ganzen nur elf
Arten mit Sicherheit angenommen werden.


GENUS. GORDIUS _Linn_. SAITENWURM.


  Linn, systema naturae, edit. XII. I. II. pag. 1075.


Character der Familie.


GORDIUS SUBBIFURCUS _v. Siebold_.

     (Taf. III. Fig. 2 ([mnnlich]), 4 ([weiblich]).


  Von Siebold, Stettin, entom. Zeit. Jahrg. IX. pag. 296.

  Diesing, syst. Helminth. vol. II. pag. 90.

  Meissner, Beitrge zur Anat. u. Physiol. der Gordiaceen (Zeitschrift fr
     wiss. Zool. Bd. VII. Heft 1 u. 2. pag. 59. Taf. III. bis VI.).
     Ebendaselbst Zusatz von von Siebold, pag. 143.

  Gordius tolosanus, Dujardin, Annales des sciences naturelles, Tom. XVIII.
     2 sr. pag. 146. -- Diesing, syst. Helminth. vol. II. pag. 106.


=Characteristik=. Brunlich, nach vorn zu allmhlich und deutlich verjngt.
Kopf fortlaufend, allmhlich unsichtbar werdend, etwas abgestutzt.
Schwanzende des Mnnchens (Taf. III. Fig. 2) unten gabelig gekrmmt; die
Geschlechtsffnung am Bauche in der Gabel befindlich, vor der Oeffnung
kleine Dornen im Bogen in mehreren Reihen stehend. Schwanzende des
Weibchens (Taf. III. Fig. 4) schief abgerundet, durch eine seichte
Lngsfurche in zwei wulstige kurze Gabelste getheilt; in der Gabel die
Geschlechtsffnung liegend. -- Lnge 1'' bis 1'.

In der Jugend haben diese Wrmer, wie erwhnt, einen schlauchfrmigen
Krper, der in einen dickeren Vorder- (Kopf-) und in einen dnneren
Hinter-(Schwanz-)Theil geschieden ist. Der Kopftheil besitzt einen
einziehbaren Rssel, um welchen sechs Haken sich gruppiren, ausserdem
stehen noch tiefer sechs grssere Haken. (Vergl. Taf. III. Fig. 1.)

=Lebensweise=. Was bei der Gattung erwhnt wurde, gilt auch hier. Der
Gordius subbifurcus kommt in den verschiedensten Insekten vor; ich traf
einmal im Juli beim zuflligen Zerdrcken einer Drohne in dieser ein
Exemplar dieses Thieres von drei Zoll Lnge. Jedenfalls ist das Vorkommen
eines Gordius bei einer mnnlichen Biene sehr merkwrdig. Wre es eine
Arbeitsbiene gewesen, die dieses Thier beherbergt htte, so wre das nichts
besonderes. Die Arbeitsbienen setzen sich sehr hufig an's Wasser und oft
sogar an die aus dem Wasser kaum hervorragenden, selbst nassen Gegenstnde,
wie z. B. Strohhalme, Rohr u. dergl., um Wasser einzusammeln, wo die
Mglichkeit nicht ausgeschlossen ist, dass vielleicht ein junger Gordius
(Larve) in dieselbe einwandern knnte. Das Vorkommen in Drohnen aber,
welche den Stock berhaupt nur verlassen, um in der Luft herumzuschwirren,
ist jedenfalls paradox. In die Drohne drfte das Thier nur durch eine
passive Wanderung hineingekommen sein. Ich glaube daher, dass die Gordien
und auch die Mermithen, welche letztere ich in den Drohnen in Menge fand
(siehe weiter unten bei dem betreffenden Wurm), ehe sie zu den
geschlechtsreifen Individuen heranwachsen, nicht bei der ersten
Einwanderung stehen bleiben, sondern den ersten Wirth, wo sie sich
incystirten (Gordius), verlassen[62], um spter mit der Nahrung des Thieres
in den Darm eines anderen Thieres berzugehen (z. B. wie es viele andere
Endozoen zu thun pflegen), dann jedenfalls die Darmwand durchbohren, um in
das Fettgewebe zu gelangen. Eine zweite active Einwanderung unternehmen sie
nicht, wie ich glaube, weil ich eben Gordiaceen in den Drohnen fand, die
ihnen zur Einwanderung keine Gelegenheit geben. Passiv knnen sie aber
schon in die Drohnen einwandern, wenn z. B. die Arbeitsbienen mit dem
Wasser, welches sie einsaugen, auch junge Gordien, die ja berhaupt nur
1/60''' lang und 1/120''' dick sind, erhalten. Durch die Arbeitsbienen,
welche die Brut und die ausgebildeten Drohnen mit Futter versorgen, knnen
mit dem Futter, das die Werkbienen wieder von sich geben (auswrgen),
zugleich auch die Drohnen entweder schon als Larven oder als vollkommene
Insekten die Endozoen empfangen.


FAMILIE. MERMITHEA _Diesing_. MERMITHEN.


  Diesing, Revision der Nematoden. (Sitzungsberichte der kais. Acad. d.
     Wissensch. zu Wien, Mathem.-Naturw. Cl. Bd. 42. pag. 605.)


=Characteristik=. Sehr dnne, bis zu fnf Zoll lange Wrmer von weisslicher
Farbe.

Kopf mit Papillen besetzt. Oesophagus lang, eng, in das zellige
Krperparenchym eingesenkt. Schwanzspitze ungetheilt, mit mehreren
Papillenreihen und zwei Spicula. Weibliche Geschlechtsffnung in der Mitte
des Thieres liegend.

Die Embryonen gleichen den vollkommenen Wrmern, besitzen keine
Hakenbewaffnung, wie die der Gordien. Die Eier werden einzeln abgelegt,
sind einfach oder in einer Kapsel eingeschlossen und sodann an jedem Pole
mit einer Chalaze versehen.

=Lebensweise=. Die Mermithen fhren wie die Gordien ein endoparasitisches
Leben in den verschiedensten Insekten, in allen ihren Stadien, bohren sich
als Junge in diese ein, leben von ihrer Fettsubstanz, verlassen aber die
Insekten kurz vor ihrer definitiven Geschlechtsreife, begeben sich dann in
die Erde, wo sie sich huten. Nach der Hutung werden sie geschlechtsreif,
begatten sich und legen Eier. Sie wandern manchmal in einer solchen Menge
aus den Insekten aus, dass sie stellenweise die Erde bedecken und den
Anschein geben, als ob sie vom Himmel herabgeregnet wren.[63] Die Eier
werden, wie oben erwhnt, einzeln abgelegt, nicht im Wasser, wie die der
vorigen Familie, sondern in die Erde.

=Geographische Verbreitung und Artenzahl=. Wie die Gordien, sind auch die
Mermithen in der ganzen Welt verbreitet. Ihre Artenzahl ist aber noch
geringer, als die der Gordien und bis jetzt sind mit Bestimmtheit nur fnf
Species anzunehmen.


GENUS. MERMIS _Dujardin_. MERMITHE.


  Dujardin, Annales des sciences naturelles, Tom. XII. pag. 129.


Character der Familie.


MERMIS ALBICANS _v. Siebold_.

     Taf. III. Fig. 3.


  v. Siebold, Stett. entom. Zeit. Jahrg. 1850. pag. 33 c. -- Dies. syst.
     Helminth. vol. II. pag. 108. -- v. Sieb. Zeitschr. fr wissensch.
     Zool. Tom. V. pag. 201. -- Meissner, Beitr. zur Anat. u. Physiol. der
     Mermis albicans, in Zeitschr. fr wissensch. Zool. Tom. V. pag. 207.
     -- Dies. Revis. der Nematoden, in Sitzungsberichte der
     Mathem.-Naturwissensch. Cl. der kais. Acad. zu Wien, Tom. 42. pag.
     607.

  Gordius Filum, Mller Inst. Verm. terrestr. et fluviat. vol. 2. I. pag.
     31. -- Gmel. syst. nat. pag. 3083. -- Dies. syst. Helminth. vol. II.
     pag. 106.

  Filaria acuminata, Rudolphi, Entozoor. hist. natur. Tom. II. pag. 66.,
     ej. Entoz. synopsis, pag. 6. -- Dies. syst. Helminth. vol. II. pag.
     109. (Mermis acuminata).

  Filaria truncata, Rudolphi, Entoz. hist. nat. II. pag. 59., ej. Entoz.
     synops. pag. 5. -- Rosenhauer, Stett. entom. Zeit., Jahrg. 1847. pag.
     318. -- Plieninger, Wrtemberg. Jahresb. 1852. Heft 2. pag. 255.

  Filiria succineae, v. Sieb. Wiegmann's Archiv. Jahrg. 1857. 2. pag. 255.
     -- Dies. syst. Helminth. vol. II. pag. 287. (Mermis succineae.)

  Autoplectus protognostus, Balsamo, Bibliothec. ital. 1840. XCVI., Mem. I.
     R. Instit. Lombard. di sc. lett. ed arti, 1843. pag. 15. Fig. 1-15.

  Filaria lacustris, Dujardin, Hist. natur. des Helminthes, pag. 68. Pl.
     III. Fig. F. -- Dies. syst. Helminth. vol. II. pag. 112. (Mermis
     lacustris.)


=Characteristik=. Krper nach vorn verdnnt, milchweiss oder am Kopf und
Schwanzende durchsichtig, mit fortlaufendem abgerundeten Kopf. Schwanzende
stumpf, beim Mnnchen hinter der Geschlechtsffnung von vielen Perpillen
eingeschlossen. -- Lnge 2 bis 5''.

=Lebensweise=. Die Lebensweise ist dieselbe, wie sie bei der Familie
erwhnt wurde. Der Wurm kommt in der Leibeshhle der verschiedenen Insekten
vor, die ich hier aufzuzhlen fr berflssig halte. Er wurde von mir auch
in der Honigbiene angetroffen, sonderbarer Weise stets aber nur in den
Mnnchen.[64]

Im Anfange August des Jahres 1856 entstand unter den Drohnen meiner
Bienenstcke in Podolsk (Gouv. Moskau) eine wahre Epidemie, veranlasst
durch den Parasitismus dieser Mermis. Nachdem die Drohnen einige Tage
vorher an einer merkwrdigen Trgheit und Schwche litten, die Stcke
selbst in den schnsten und heissesten Tagen nur wenig verliessen, fand ich
eines Tages mehrere Drohnen um die Stcke herum ganz ermattet und einige
auch todt liegen, ohne dass sie von den Bienen etwa gewaltsam, wie das
gegen den Herbst zu geschieht, aus den Stcken entfernt worden wren. In
jenem Jahre war gerade die Tracht gut und die Stcke behielten die Drohnen
bis in den September. Nachdem ich eine der Drohnen zerdrckt, fand ich in
dem Leibe derselben ein 3'' 5''' langes Individuum der genannten Mermis.
Spter, nach drei Tagen lagen auf dem Boden um den Stock herum eine Menge
Mermithen, die im Sande, womit der Boden daselbst bestreut war,
herumwhlten und aus den Leibern der Drohnen ausgekrochen waren. Diese
Helminthiasis dauerte noch 12 Tage, im Ganzen 15 Tage. Nach Verlauf dieser
Zeit fingen die Bienen an, die Drohnen von selbst herauszuwerfen. Sehr
bedauere ich, dass ich zu der damaligen Zeit diesem merkwrdigen Falle
keine grssere Aufmerksamkeit schenkte und namentlich nicht auch einige
Arbeitsbienen dahin untersuchte, ob sich nicht vielleicht bei ihnen auch
Mermithen vorfanden. Die Arbeitsbienen waren brigens gesund und munter.
Doch fhrt Professor Zenker in der Bienenzucht von Klopffleisch und
Krschner[65] einen Fall an, wo nach de la Billardire auch an einer
Arbeitsbiene ein Endozoon beobachtet wurde. Ob nun dieser fragliche Parasit
eine Mermis war, oder berhaupt zu den Gordiaceen gehrte, kann ich nicht
angeben. De la Billardire machte aus demselben ein Genus Dipodium, das ich
leider sowie den betreffenden Aufsatz des Verfassers nicht kenne. Alle
meine Bemhungen, den fraglichen Aufsatz von dem Prof. Zenker nicht
angiebt, wo er abgedruckt ist, aufzufinden, um darin selbst nachzulesen,
blieben fruchtlos. Auch die von Prof. Carus und Wilh. Engelmann
herausgegebene Bibliotheca zoologica, sowie die Bibl. entomologica von Dr.
Hagen gaben mir darber keinen Aufschluss.

Aus dem Parasitismus der Mermithen in den mnnlichen Bienen glaube ich
folgern zu mssen, dass auch diese Gordiaceen ebenso wie die Gordien nur
durch eine passive Wanderung in die Drohnen gelangen konnten. Wenn die
Mglichkeit auch da ist, dass einzelne Drohnen durch irgend einen Zufall
gezwungen sind, sich auf die Erde niederzulassen und so den jungen
Mermithen vielleicht Gelegenheit bieten, sich in sie hineinzubohren, so
kann das eben nur als Zufall betrachtet werden. Dann wrden aber so viele
Drohnen, wie die meiner Stcke, gewiss nicht von ihnen befallen worden
sein. In die Arbeitsbienen knnen aber die Mermithen sich ebenso gut, und
noch besser als die Gordien, einbohren, da die Arbeitsbienen sich sehr
hufig auf die feuchte Erde, die grade die Wohnsttte der Mermithen ist,
niedersetzen, um aus ihr das Wasser aufzusaugen. Ebenso knnen sie aber
auch mit dem eingesaugten Wasser in die Arbeitsbiene passiv gelangen und
durch diese, wie bei Gordius subbifurcus erwhnt, zu der Drohne kommen. Die
erste Einwanderung der Mermithen ist eine active, wie das von Siebold bei
dieser Mermisart, welche in die kleinen millimeterlangen Raupen von
Iponomeuta cognatella in Menge einwanderte, bewiesen hat[66]. Die zweite
Einwanderung ist aber jedenfalls eine passive, wie ich das auch bei Gordius
annahm, denn wre die Einwanderung blos eine active, so wrden die
Gordiaceen in die Drohnen nur dann gelangen knnen, wenn sie sich zuvor
durch die ussere Hlle der Arbeitsbiene durchbohren, so in die Leibeshhle
gelangen, von hier sich durch die Magenhute durcharbeiten, um in den
Chylusmagen zu kommen, und dann mit dem Speisebrei der Arbeitsbiene in den
Magen der Drohnenlarve oder vollkommenen Drohne wandern, hier angekommen,
durch die Magenhaut sich hindurchbohren, um in der Leibeshhle der
Drohnenlarve oder vollkommenen Drohne ihren Wohnort aufzuschlagen. Dies
wre nun eine sehr weite und umstndliche Wanderung, die wohl schwerlich
anzunehmen ist. Ich glaube daher, dass die Mermithen ebenso wie die Gordien
zuerst activ in ein Insekt einwandern, hier sich vielleicht auch wie jene
einkapseln[67], dann nach einer bestimmten Zeit wieder auswandern, sich als
Embryonen berall zerstreuen, nicht blos in der Erde, sondern auch auf
Pflanzen, ihren Blttern, Blthen, Wurzeln u. s. w. und so auf den Zufall
harren, bis ein Insekt sie mit der Nahrung verschluckt. Dies drfte meiner
Ansicht nach gerade nicht so unmglich sein, als es vielleicht scheint.
Verlassen doch die Proglottiden der Bandwrmer den Koth, besteigen Pflanzen
u. s. w. und ihre Brut gelangt dann mit den Pflanzen in den Darm der
Pflanzenfresser.

Wer weiss, ob die Embryonen der Gordiaceen, nach der Analogie anderer
Nemahelminthen zu schliessen, z. B. der Ascariden[68], nicht auch die
Fhigkeit besitzen, selbst vertrocknet lngere Zeit ihre Keimkraft
beizubehalten. Man denke sich also, um nur ein Beispiel anzunehmen, einen
microscopischen Gordius oder Mermisembryo an einem Blatt angetrocknet,
welches Blatt von einer Raupe aufgefressen wird. Sollte er so nicht in den
Darm der Raupe gelangen knnen? Oder wrde die Raupe die Blattstelle, an
welcher sich der Embryo befindet, unberhrt lassen? Gewiss nicht! Denn
oftmals habe ich gefrssige Raupen (Pieris brassicae) die Bltter mit den
Huten der Aphiden, die man doch mit dem blossen Auge sehr deutlich sehen
kann, verzehren sehen. Warum sollte sie daher nicht einen nur 1/60-1/14'''
grossen Gordiaceenembryo verschlucken? Ein so von einer Raupe verschluckter
Embryo mag vielleicht erst (wenn die Raupe der Verpuppung nahe ist) gewiss
in der Puppe oder im vollkommenen Insekt seine Vollkommenheit erlangen und
aus diesem auswandern. Und gewiss sind die Gordiaceen, die man in Insekten
mit saugenden Mundtheilen antraf, grsstentheils in ihre Larven gelangt.
Raubinsekten mgen sich am leichtesten mit Gordien inficiren, wenn sie ein
Insekt mit Gordioceenembryonen verzehren. Der Versuch Meissners a. a. O.
pag. 137., welcher mit Gordienembryonen versehenen Ephemeralarven
Wasserkfer zu verzehren gab und beobachtete, dass die Embryonen verdaut
wurden, spricht allerdings gegen die Annahme einer nochmaligen, passiven
Einwanderung, aber er setzte seinen Versuch nicht weiter fort, in dem einen
oder auch in einigen Fllen knnen vielleicht die Gordienembryonen zwischen
die scharfen Fresswerkzeuge jener Kfer kommen und so verwundet worden
sein, dass sie keiner Entwickelung fhig waren. Oder die incystirten
Gordien hatten damals vielleicht, was ich fr wahrscheinlicher annehme,
noch nicht das Stadium erreicht, wo sie der Verdauung des Magens
widerstehen konnten, was auch Meissner l. c. selbst andeutet.

=Apistische Bedeutung=. Bis jetzt steht der Fall nur vereinzelt da, wo
Mermithen in den Honigbienen schmarotzend beobachtet wurden und eine wahre
Helminthiasis verursachten. Ueber dies wurden sie von mir blos in den
Drohnen angetroffen, woraus dem Bienenzchter nur selten, wenn er z. B.
italienische Drohnen nthig hat, um seine Stcke zu italisiren, Verluste
erwachsen knnen. Da aber die Mermithen sicherlich nicht anders in die
Drohnen gelangen knnen, als vermittelst der Arbeitsbienen, so ist mit
Bestimmtheit anzunehmen, dass auch die Arbeitsbienen von ihnen behaftet
werden. Ist die Einwanderung der Mermithen in die Arbeitsbienen eine
passive gewesen, so werden die Embryonen in den meisten Fllen von ihnen
wieder mit dem eingesammelten Wasser, Honig etc. ausgewrgt, weil der
Parasit sich in dieser kurzen Zeit, in der sich die eingesammelten Producte
in dem Honigmagen der Bienen befinden, schwerlich durch die Magenhute wird
durchbohren knnen. Aber die ausgewrgten Stoffe werden ja zur Ftterung
der Brut verwandt oder bleiben auch bei den sogenannten Futtersaftbereitern
lngere Zeit im Chylusmagen. In diesen Fllen haben die Mermisembryonen
hinlnglich Zeit aufzuleben und sich dann durch den Darm durchzubohren, um
in die Leibeshhle zu gelangen, daher glaube ich, dass in manchen Jahren,
wenn die Mermithen in grosser Zahl vorkommen, ein guter Theil der
Arbeitsbienen auf Rechnung der sogenannten Tollkrankheit an den Folgen
dieser Helminthiasis stirbt. Und ich bin sogar der Ansicht, dass die Bienen
zu denjenigen Insekten gehren, welche am meisten Gelegenheit haben, sich
mit Gordiaceenbrut zu inficiren, da die Honigbienen berall nach Nahrung
herumschnffeln und auch von einer activen Einwanderung nicht
ausgeschlossen bleiben.




ANHANG.

     (Tafel III. Fig. 5.)


Zu den Parasiten der Bienen gehrt noch ein wenig gekannter Pilz aus der
Familie der Hyphomyceten (Faden- oder Schimmelpilze), den Dr. Dnhoff[69]
zuerst entdeckt und Prof. Leuckart als Pilz erkannt hat, und welcher spter
von Prof. Hoffmann in der Hedwigia (Notizblatt fr kryptogamische Studien)
Bd. I. pag. 117. nher beschrieben wurde. Er wird von ihm vor der Hand
unter das Genus Hydrophora Tode oder Mucor Micheli eingereiht und als Mucor
mellitophorus benannt (l. c. pag. 119.).

An meinen Bienen habe ich den Pilz nie beobachtet, daher er mir in Natura
unbekannt ist. Er kommt nach Leuckart, Dnhoff und Hoffmann im Chylusmagen
der Bienen mancher Stcke vor und gelangt jedenfalls von Aussen -- wenn man
von der in neuster Zeit, besonders unter den franzsischen Naturforschern,
wieder sehr in Aufnahme kommenden Generatio spontanea absieht -- mit den
eingesogenen Stoffen als Spore in den Chylusmagen. Die Spore keimt hier und
bildet sich zu glashellen Fden mit zahlreichen Verzweigungen aus, an denen
sich Sporangien entwickeln, die einen kernig-schleimigen, weissgeblichen
Inhalt besitzen, aus welchem endlich die Sporen entstehen und nach der
Reife durch Aufplatzen der sehr zarten Sporenhllen hervorbrechen, meist
als Sporenhaufen. Dieser Haufen zerfllt allmhlich in eine grosse Menge
farbloser kleiner Sporen, die sich im ganzen Magen berall verbreiten und
auch im Dnn- und Mastdarm anzutreffen sind, whrend der eigentliche Pilz
nur im Chylusmagen vorkommt.

Dieser Pilz ist unter den Bienen vieler Gegenden, namentlich Deutschlands,
sehr verbreitet, da seine Sporen, weil die Bienen ihre Brut und oft auch
sich gegenseitig fttern, von der einen Biene auf die andere bertragen
werden knnen. In den Bienen mancher Stcke ist er in so grosser Menge
anzutreffen, dass er oft den Chylusmagen mit seinen Sporen frmlich
verstopft und der Ernhrung dadurch hinderlich wird, wodurch nach der
Ansicht von Leuckart[70] und Dnhoff[71] wohl die sogenannte Ruhr entstehen
knnte. Uebrigens haben Kleine[72] und von Berlepsch[73], deren Bienen auch
pilzschtig waren, durchaus nichts Krankhaftes an ihren Stcken beobachten
knnen.

[Illustration: Taf. I.]

[Illustration: Taf. II.]

[Illustration: Taf. III.]




FUSSNOTEN:


[1]  Das Zeichen [weiblich] wird von den Zoologen bekanntlich fr Weibchen,
das Zeichen [mnnlich] fr Mnnchen gebraucht.

[2]  In der Lotos (Zeitschrift fr Naturwissenschaften) Jahrgang XII. pag.
239 wird von Dr. Amerling ein Verzeichniss der Bienenschmarotzer
(eigentlich der Bienen schdlichen Insekten) gegeben, unter deren brigens
schon lngst bekannten, auch ein neuer Parasit, Phora apum, angefhrt wird,
welche ihre Eier in den Thorax der Bienen (wahrscheinlich der
Bienennymphen?) legt und sie bis zur Verpuppung so plagt, dass die Bienen
endlich zu Grunde gehen. Da diese Phoride (dem Namen nach eine neue
Species, denn es existirt, so viel mir bekannt, keine Phora apum) nicht
characterisirt und berhaupt von ihr nichts Nheres erwhnt wird, so habe
ich sie hier nicht aufgenommen. Das angebliche Dipteron drfte vielleicht
mit Phora incrassata synonym sein.

[3]  Vergl. meinen Aufsatz: Muthmassliche Lebensweise der Larven von
Serropalpus barbatus Schall. (Wiener entom. Monatschrift. (Bd. III. (1859)
pag. 255.)

[4]  Vergl. die Eintheilung der Parasiten in Leuckarts Menschliche
Parasiten. Tom. I, pag. 6.

[5]  Vergl. Ratzeburg, die Forstinsecten. Bd. I. pag. 35.

[6]  Spinola, Essai monograph. sur les Clrites, Tom. I.

[7]  Vergl. Schaum, Catalogus coleopterorum Europae, edit. II. pag. 65.

[8]  Vergl. Zebe, Synopsis der bisher in Deutschland aufgefundenen
Coleoptera. (Stett. entom. Zeit. Jahrg. XIII. pag. 462). Desgleichen,
Erichson, Insecten Deutschl. 10. Bd. Bearb. v. v. Kiesenwetter, pag. 674.

[9]  Vergl. meinen Aufsatz, Beitrge zur Biologie der Insecten. (Stett.
entom. Zeit. Jahrg. 1863. pag. 387.)

[10]  Auch die Alten schon fhrten das Thier als in Bienenstcken lebend
auf. Sie bezeichneten den Kfer mit Prasocuris (Aristot. Hist. anim. V.
19., 7).

[11]  Medic. Zool.

[12]  On the natural history, anatomy and development of the Oil-Beetle,
Melo etc. (Transactions of the Linnan society, Tom, XX. u. XXI).

[13]  Vom Bau des thierischen Krpers. Bd. I. Heft I.

[14]  Ratzeburg in seinen Forstinsecten (Tom. I. pag. 111) fhrt die
Cantharide als merklich schdlich an. Indess drfte der Nutzen dieses
Insects, den Schaden, den es durch das Fressen der Bltter einiger
Laubhlzer verursacht, bedeutend aufwiegen

[15]  Vgl. Anton, K. Ch., Taschenbuch der bewhrtesten Heilformen fr
innere Krankheiten (1857) pag. 251.

[16]  Uebrigens klammern sie sich nicht blos an die Bienen an, sondern sie
besteigen auch jedes andere Hymenopteron und Insekten von anderen
Ordnungen, welche sich nur auf die Blthen niederlassen, so auch namentlich
viele Dipteren, auch selbst Coleopteren, z. B. Malachius, Telephorus und
mehrere Andere. Diese Larven kommen aber natrlich alle um, weil sie nicht
in den Bienenbau gelangen, darum mag wohl die Natur es auch so eingerichtet
haben, dass gerade diese Kferfamilie eine so ausserordentliche
Fruchtbarkeit zeigt.

[17]  Mmoire sur l'hypermtamorphose et les moeurs des Meloides (Annales
des sciences naturelles, IV. Srie, Tom. VII. pag. 356).

[18]  Eine hnliche Verwandlungsweise ist brigens in neuester Zeit auch an
einer Fliegenart (Lonchoptera) beobachtet worden. (Vergl. Lubbock, on the
devellopment of Lonchoptera in Transact. entom. Soc. 3 ser. I. pag. 338.)

[19]  Vergl. Schaum, Catalogus coleopterorum Europae edit. II. pag. 80.

[20]  Vergl. Zebe, Synopsis der bisher in Deutschland aufgefundenen
Coleoptera. (Stett. entom. Zeitschr. Jahrg. XIV. pag. 65.)

[21]  Es kannten sie schon: Goedart mtamorph. et histoire natur. des
insectes 1662, Tom. II. pag. 180. -- Loschge, Naturforscher 1788, XXIII. --
Frisch, Beschreibung von allerlei Ins. in Deutschl. Bd. VI. pag. 14. Taf.
VI. Fig. 2, 3. -- Raumur, Mmoires etc. vol. II. pag. 490. Tab. 31. -- De
Geer, Memoires etc. vol. I. Tab. 1. De Geer, Abhandl. etc., bers. von
Gtze, Bd. IV. pag. 248. -- Latr. Hist. natur. des crustac. et ins. X. 379
und Rgne, anim. de Cuvier, 3. dit. 1836. III. 40. -- Nitsch, German.
Magaz. III. 5.

[22]  So von Kirby, Monogr. apum Angliae, vol. II. pag. 168. Tob. 14. (sub
nomine Pediculus melittae). -- Dufour Anales des sciences naturelles, vol.
XIII. (sub nomine Triangulinus tricuspidatus.)

[23]  On the natural history, anatomy and development of the oil-Beetle,
Melo etc. (Transactions Linnean society, Tom XX. pag. 297 u. 321, Tom.
XXI. pag. 107.)

[24]  Mmoires sur l'hypermetamorphose et les moeurs des Melodes. (Annales
des sciences naturelles, 4. srie, Tom. VII. pag. 299 et Tom. IX. pag. 265.

[25]  Vergl. Brandb. und Ratzeburg, Medic. Zoolog. pag. 105.

[26]  Bei mir entwickeln sich die Eier einmal nach Verlauf von 28 Tagen.

[27]  Wie schon angefhrt, befestigen sie sich auch an andere Insecten.

[28]  Vergl. Schaum, Catalogus Coleopterorum Europae, edit. II. pag. 80.

[29]  Zebe, Synopsis der bis jetzt in Deutschl. aufgef. Coleoptera. (Stett.
entom. Zeit. Jahrg. XIV. pag. 65.)

[30]  Vergl. Kpf, Bienenzeitung, Jahrgang XIV. n. XVII. pag. 191, ferner,
Dzierzon'sche Theorie und Praxis. Bd. I. pag. 581. Derselbe (Kpf) verlor
im Jahre 1857 von seinen 23 Stcken neun Kniginnen und etwa die Hlfte der
gesammten Arbeitsbienen. Wenn man nun durchschnittlich die Volkszahl in
einem Stock um diese Zeit (Juni) auf nur 15,000 veranschlagt, so wre der
Verlust an Arbeitsbienen, den Kpf zu beklagen hatte, 172,500 gewesen, und
der von diesem Insect herrhrte!

[31]  Bienenfreund aus Schlesien, pag 177. Nach ihm sollen an der
Tollkrankheit im Jahre 1836 in ganz Schlesien alle jungen Bienen der Stcke
zu Grunde gegangen und so mancher Stock durch den Verlust an Bienen ganz
ausgestorben sein.

[32]  Sie war schon den Alten bekannt. Sie nannten sie Kraura und waren der
Ansicht, dass sie wohl entstehe, wenn die Bienen Producte einsammeln, auf
denen Mehlthau liegt. Namentlich soll sie in trocknen Jahren vorkommen.
(Aristot. VIII. 27. IX. 40. 19.) Vergl. Magerstdt, Bilder aus der
rmischen Landwirthschaft. VI. pag. 207.

[33]  Kpf, Bienenzeitung. Jahrgang XIV. pag. 191 und die Besttigung
seiner Beobachtung von von Siebold, ebendaselbst pag. 195.

[34]  Schiner, Catalogus systematicus Dipterorum Europae 1864. pag. 48.,
desgleichen Fauna Austriaca, Diptera, pag. 335.

[35]  Schiner, Catalogus systematicus Dipterorum Europae 1864. pag. 48.
Desgleichen Fauna Austriaca, Diptera, pag. 335.

[36]  Einige berwintern unter Baumrinde und in Kellern, und sind sodann
auch m Frhling anzutreffen.

[37]  Die Entwickelung muss schon im Mutterleibe vor sich gehen. Zu meinem
grossen Bedauern habe ich die inneren Geschlechtstheile des Weibchens nicht
gehrig untersuchen knnen. Zum Behuf der Untersuchung hatte ich mehrere
lebende Exemplare der Phora incrassata ([weiblich]) in Alcohol geworfen,
wurde aber durch eine andere inzwischen eingetretene Beschftigung von der
Untersuchung der Phoriden abgelenkt, so dass die in den Spiritus gethanen
Phoraweibchen auf lngere Zeit in Vergessenheit geriethen. Erst nach
einigen Wochen nahm ich mich dieser Arbeit an. Inzwischen waren aber die
Phoraexemplare vom Alcohol zu sehr ergriffen, so dass ich auf ein richtiges
Resultat nicht hoffen durfte. Weitere frische Exemplare standen mir nicht
zu Gebote. Indess liess sich aus der Untersuchung dieser sehr durchweichten
Exemplare so viel feststellen, dass die beiden Eierstcke eine hrenfrmige
Gestalt besitzen, deren kurze Eirhren zweizeilig stehen. Die Eileiter sind
mssig lang. Der Eiergang in der Mitte nur wenig erweitert. Samentasche
birnfrmig. Andere Anhnge liessen sich nicht entdecken. Um ein weiteres
Resultat zu erlangen, habe ich spter trockene Exemplare aufgeweicht und
dieselben der Section unterworfen. Im Allgemeinen haben sich bei dieser
Untersuchung die frheren Beobachtungen besttigt, nur erschienen die
Eileiter bedeutend krzer.

[38]  Bienenzeitung, Jahrgang 1851. pag. 20.

[39]  Die Bienen und die Bienenzucht in honigarmen Gegenden etc. Mhlhausen
1860. pag. 182.

[40]  Bienenfreund aus Schlesien, pag. 171.

[41]  Zur Naturgeschichte der Bienen. Bienenzeitung, Jahrgang 1860,
pag. 232.

[42]  Vergl. Jahrg. V. der Bienenzeitung, pag. 3 und 170. Ferner
Bienenfreund aus Schlesien, pag. 173 und Rationelle Bienenzucht,
pag. 271.

[43]  Bienenzeitung, Jahrg. 1849, pag. 22 und 23.

[44]  Bienenzeitung, Jahrg. 1864, pag. 53.

[45]  Dies ist mir bei vier Versuchen durch eine tchtige Rucherung mit
Chlorgas gelungen.

[46]  v. Berlepsch, Bienenzeitung, Jahrgang 1855, pag. 6.

[47]  IX. 13.

[48]  XI. 16.

[49]  Bienenzeitung, Jahrgang 1849. pag. 2 u. Nachtrag, pag. 83 ff.

[50]  Es ist jedenfalls sehr merkwrdig, dass unter den
Destillationsproducten Wachs sich befand. Es ist brigens nicht das erste
Mal, wo ich bei der trocknen Destillation von Insektenlarven Wachs erhalten
habe. So unterwarf ich einmal vor lngerer Zeit eine grssere Quantitt
(100 Drachmen) eingesammelter Kohlraupen (Pieris Brassicae) der trocknen
Destillation und erhielt sehr bald am Anfange der Destillation 65 Gran
unzersetztes Wachs. Ein gleiches Resultat, aber in geringerer Menge,
lieferten mir auch die Raupen von Pieris Rapae und die Larven von Astynomus
aedilis.

[51]  Nach Egger l. c., pag. 406, sollen sie ebenso behend auf den
glttesten Flchen und Glaswnden, wie auf dem langhaarigen Krper der
Bienen laufen knnen, wovon ich jedoch nur stets das Gegentheil beobachten
konnte.

[52]  Dr. Dnhoff, Bienenzeitung, Jahrgang 1858. pag. 204. Hammer
ebendaselbst, pag. 11.

Letzterer zhlte auf einer Knigin hundert und sieben und achtzig
Bienenluse; als er die Knigin von den Lusen reinigte und sie wieder
dem Stocke zurckgab, hatte sie nach einigen Tagen wieder vier und
sechzig Stck.

[53]  Von Bose, Bienenzeitung, 1858. pag. 177.

[54]  Dzierzon, Bienenfreund, pag. 163.

[55]  Sonderbarer Weise ist mir bisher noch kein Mnnchen begegnet. Alle
Exemplare, selbst die kleinsten, die ich untersuchte (gegen 100), waren
alles Weibchen.

[56]  Vergl. von Berlepsch, die Biene und die Bienenzucht in honigarmen
Gegenden, pag. 155. und Hammer l. c.

[57]  Egger, Beitrge zur besseren Kenntniss der Braula coeca Nitsch.
(Verhandlungen des zool.-bot. Ver. zu Wien. Tom. III. pag. 405.)

[58]  Nach Schneider (Archiv fr Anatomie und Physiologie, 1860. pag. 243.)
haben sich die sehr speciellen und mhevollen Untersuchungen Meissners ber
Mermis und Gordius (Zeitschrift fr wissenschaftliche Zoologie von v.
Siebold u. Klliker, Bd. V. pag. 207 u. Bd. VII. pag. 1 ff.) in Betreff des
Nervensystems als ganz irrig erwiesen.

[59]  Charvet, annales des sciences naturelles II. sr. Tom. 18. pag. 148.

[60]  Stettiner entom. Zeit. Jahrg. XV. pag. 104.

[61]  Sitzungsberichte der kais. Academie der Wissenschaften zu Wien,
mathematisch naturwiss. Classe, Tom. 42. pag. 595.

[62]  Dies nimmt auch Meissner a. a. O. pag. 137 an und sttzt sich
namentlich darauf, dass die ausgebildeten Gordien nicht blos in
Wasserinsekten, sondern und zwar zum grssten Theil, in Landinsekten
vorkommen. Er schliesst aber auch die Mglichkeit einer nochmaligen
activen Einwanderung nicht aus, die ich aber aus den angefhrten Grnden
verwerfen muss.

[63]  Vergl. Dujardin, Annales des sciences naturelles 1842, pag. 129.

[64]  Vergl. Allg. deutsche Naturhist. Zeit. Jahrg. 1857. pag. 353.

[65]  Die Bienen und die Bienenzucht. Jena 1836.

[66]  Vergl. Stett. entom. Zeit. Jahrg. 1850. pag. 239.

[67]  Von Siebold a. a. O. erwhnt nichts davon, was aus den in die
Rupchen von Iponomeuta cognatella eingewanderten Mermithen geworden ist.

[68]  Vergl. Leuckart, die menschlichen Parasiten, pag. 54. Bd. I.

[69]  Vergl. Bienenzeitung, Jahrgang 1857. pag. 66.

[70]  Vergl. Bienenzeitung, Jahrgang XIII. pag. 67.

[71]  Bienenzeitung, Jahrgang XV. pag. 151.

[72]  Huber u. Kleine, Heft 4. pag. 273.

[73]  Die Biene und die Bienenzucht etc. pag. 151.




[Transkriptionsnotiz: Folgende Anpassungen wurden vorgenommen:

Seite 26: Bei der berschrift PHORA INCRASSATA _Meigen_. ist im Original
   Meigen nicht kursiv, sondern lediglich nicht fett.
berschriften, die den Ordnungen entsprechen (Coleoptera, Diptera,
   Gordiacea) sind im Original uneinheitlich formatiert und werden hier
   einheitlicher behandelt.
Der name Donovan war im Original dreimal Donowan oder Donow.,
   zweimal Donavan geschrieben.

Sonstige Druckfehler wurden wie in der Originalvorlage belassen:

Seite 5: Nach Proceed ergnze Punkt.
Seite 5: Nach Tom. I. pag. 269. ergnze schlieende Klammer.
Seite 7: Statt nnd lies und.
Seite 8: Ersetze Komma am Absatzende durch Punkt.
Seite 10: Statt Bienennympfen lies Bienennymphen.
Seite 12: Statt abgegesetzt lies abgesetzt.
Seite 14: Statt versehenen lies versehene.
Seite 15: Statt irrtthmlich lies irrthmlich.
Seite 15: Statt dreinzehnringelig lies dreizehnringelig.
Seite 15: Statt quatratisch lies quadratisch.
Seite 16: Nach Taf ergnze Punkt.
Seite 18: Statt Weltheilen lies Welttheilen.
Seite 19: Statt Colvulsionen lies Convulsionen.
Seite 22: Statt (5[weiblich]) lies 5 ([weiblich]).
Seite 23: Statt Schzwarzblau lies Schwarzblau.
Seite 24: Statt mittelgrossse lies mittelgrosse.
Seite 27: Statt Entwickelungsgechichte lies Entwickelungsgeschichte.
Seite 29: Statt Hautbedeckugg lies Hautbedeckung.
Seite 29: Statt unterbrocken lies unterbrochen.
Seite 30: Statt Binnenstande lies Bienenstande.
Seite 31: Statt beohachtet lies beobachtet.
Seite 32: Statt Zerzetzungsprocess lies Zersetzungsprocess.
Seite 36: Statt Bienennen lies Bienen.
Seite 37: Statt nagtrglichen lies nachtrglichen.
Seite 43: Statt Jngredienzien lies Ingredienzien.
Seite 43: Statt Ablager lies Ableger.
Seite 49: Nach (Taf. III. Fig. 2 ([mnnlich]), 4 ([weiblich]). ergnze
   schlieende Klammer.
Seite 52: Statt Filiria lies Filaria.
Seite 55: Statt Gordioceenembryonen lies Gordiaceenembryonen.
Seite 56: Statt weissgeblichen lies weissgelblichen.
Funote 3: Ergnze schlieende Klammer am Ende.
Funote 14: Ergnze Punkt am Ende.
Funote 17: Statt Meloides lies Mlodes.
Funote 18: Statt devellopment lies development.
Funote 23: Statt oil-Beetle lies Oil-Beetle (vgl. Funote 12).
Funote 24: Statt l'hypermetamorphose und Melodes lies
   l'hyprmetamorphose und Mlodes und ergnze schlieende Klammer.
Funote 36: Statt m lies im.

]





End of Project Gutenberg's Parasiten der Honigbiene, by Dr. Eduard Assmuss

*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK PARASITEN DER HONIGBIENE ***

***** This file should be named 19673-8.txt or 19673-8.zip *****
This and all associated files of various formats will be found in:
        http://www.gutenberg.org/1/9/6/7/19673/

Produced by K.D. Thornton, Hagen von Eitzen, Markus Brenner,
Aganetha Dyck and the Online Distributed Proofreading Team
at http://www.pgdp.net


Updated editions will replace the previous one--the old editions
will be renamed.

Creating the works from public domain print editions means that no
one owns a United States copyright in these works, so the Foundation
(and you!) can copy and distribute it in the United States without
permission and without paying copyright royalties.  Special rules,
set forth in the General Terms of Use part of this license, apply to
copying and distributing Project Gutenberg-tm electronic works to
protect the PROJECT GUTENBERG-tm concept and trademark.  Project
Gutenberg is a registered trademark, and may not be used if you
charge for the eBooks, unless you receive specific permission.  If you
do not charge anything for copies of this eBook, complying with the
rules is very easy.  You may use this eBook for nearly any purpose
such as creation of derivative works, reports, performances and
research.  They may be modified and printed and given away--you may do
practically ANYTHING with public domain eBooks.  Redistribution is
subject to the trademark license, especially commercial
redistribution.



*** START: FULL LICENSE ***

THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE
PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK

To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free
distribution of electronic works, by using or distributing this work
(or any other work associated in any way with the phrase "Project
Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full Project
Gutenberg-tm License (available with this file or online at
http://gutenberg.org/license).


Section 1.  General Terms of Use and Redistributing Project Gutenberg-tm
electronic works

1.A.  By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm
electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to
and accept all the terms of this license and intellectual property
(trademark/copyright) agreement.  If you do not agree to abide by all
the terms of this agreement, you must cease using and return or destroy
all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your possession.
If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a Project
Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound by the
terms of this agreement, you may obtain a refund from the person or
entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph 1.E.8.

1.B.  "Project Gutenberg" is a registered trademark.  It may only be
used on or associated in any way with an electronic work by people who
agree to be bound by the terms of this agreement.  There are a few
things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works
even without complying with the full terms of this agreement.  See
paragraph 1.C below.  There are a lot of things you can do with Project
Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this agreement
and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm electronic
works.  See paragraph 1.E below.

1.C.  The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the Foundation"
or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project
Gutenberg-tm electronic works.  Nearly all the individual works in the
collection are in the public domain in the United States.  If an
individual work is in the public domain in the United States and you are
located in the United States, we do not claim a right to prevent you from
copying, distributing, performing, displaying or creating derivative
works based on the work as long as all references to Project Gutenberg
are removed.  Of course, we hope that you will support the Project
Gutenberg-tm mission of promoting free access to electronic works by
freely sharing Project Gutenberg-tm works in compliance with the terms of
this agreement for keeping the Project Gutenberg-tm name associated with
the work.  You can easily comply with the terms of this agreement by
keeping this work in the same format with its attached full Project
Gutenberg-tm License when you share it without charge with others.

1.D.  The copyright laws of the place where you are located also govern
what you can do with this work.  Copyright laws in most countries are in
a constant state of change.  If you are outside the United States, check
the laws of your country in addition to the terms of this agreement
before downloading, copying, displaying, performing, distributing or
creating derivative works based on this work or any other Project
Gutenberg-tm work.  The Foundation makes no representations concerning
the copyright status of any work in any country outside the United
States.

1.E.  Unless you have removed all references to Project Gutenberg:

1.E.1.  The following sentence, with active links to, or other immediate
access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear prominently
whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work on which the
phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the phrase "Project
Gutenberg" is associated) is accessed, displayed, performed, viewed,
copied or distributed:

This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
almost no restrictions whatsoever.  You may copy it, give it away or
re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
with this eBook or online at www.gutenberg.org

1.E.2.  If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is derived
from the public domain (does not contain a notice indicating that it is
posted with permission of the copyright holder), the work can be copied
and distributed to anyone in the United States without paying any fees
or charges.  If you are redistributing or providing access to a work
with the phrase "Project Gutenberg" associated with or appearing on the
work, you must comply either with the requirements of paragraphs 1.E.1
through 1.E.7 or obtain permission for the use of the work and the
Project Gutenberg-tm trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or
1.E.9.

1.E.3.  If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted
with the permission of the copyright holder, your use and distribution
must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any additional
terms imposed by the copyright holder.  Additional terms will be linked
to the Project Gutenberg-tm License for all works posted with the
permission of the copyright holder found at the beginning of this work.

1.E.4.  Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm
License terms from this work, or any files containing a part of this
work or any other work associated with Project Gutenberg-tm.

1.E.5.  Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this
electronic work, or any part of this electronic work, without
prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with
active links or immediate access to the full terms of the Project
Gutenberg-tm License.

1.E.6.  You may convert to and distribute this work in any binary,
compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including any
word processing or hypertext form.  However, if you provide access to or
distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format other than
"Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official version
posted on the official Project Gutenberg-tm web site (www.gutenberg.org),
you must, at no additional cost, fee or expense to the user, provide a
copy, a means of exporting a copy, or a means of obtaining a copy upon
request, of the work in its original "Plain Vanilla ASCII" or other
form.  Any alternate format must include the full Project Gutenberg-tm
License as specified in paragraph 1.E.1.

1.E.7.  Do not charge a fee for access to, viewing, displaying,
performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works
unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9.

1.E.8.  You may charge a reasonable fee for copies of or providing
access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works provided
that

- You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from
     the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method
     you already use to calculate your applicable taxes.  The fee is
     owed to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he
     has agreed to donate royalties under this paragraph to the
     Project Gutenberg Literary Archive Foundation.  Royalty payments
     must be paid within 60 days following each date on which you
     prepare (or are legally required to prepare) your periodic tax
     returns.  Royalty payments should be clearly marked as such and
     sent to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation at the
     address specified in Section 4, "Information about donations to
     the Project Gutenberg Literary Archive Foundation."

- You provide a full refund of any money paid by a user who notifies
     you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he
     does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm
     License.  You must require such a user to return or
     destroy all copies of the works possessed in a physical medium
     and discontinue all use of and all access to other copies of
     Project Gutenberg-tm works.

- You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of any
     money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the
     electronic work is discovered and reported to you within 90 days
     of receipt of the work.

- You comply with all other terms of this agreement for free
     distribution of Project Gutenberg-tm works.

1.E.9.  If you wish to charge a fee or distribute a Project Gutenberg-tm
electronic work or group of works on different terms than are set
forth in this agreement, you must obtain permission in writing from
both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and Michael
Hart, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark.  Contact the
Foundation as set forth in Section 3 below.

1.F.

1.F.1.  Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable
effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread
public domain works in creating the Project Gutenberg-tm
collection.  Despite these efforts, Project Gutenberg-tm electronic
works, and the medium on which they may be stored, may contain
"Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate or
corrupt data, transcription errors, a copyright or other intellectual
property infringement, a defective or damaged disk or other medium, a
computer virus, or computer codes that damage or cannot be read by
your equipment.

1.F.2.  LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right
of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project
Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project
Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project
Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all
liability to you for damages, costs and expenses, including legal
fees.  YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT
LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE
PROVIDED IN PARAGRAPH F3.  YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE
TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE
LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR
INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH
DAMAGE.

1.F.3.  LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a
defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can
receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a
written explanation to the person you received the work from.  If you
received the work on a physical medium, you must return the medium with
your written explanation.  The person or entity that provided you with
the defective work may elect to provide a replacement copy in lieu of a
refund.  If you received the work electronically, the person or entity
providing it to you may choose to give you a second opportunity to
receive the work electronically in lieu of a refund.  If the second copy
is also defective, you may demand a refund in writing without further
opportunities to fix the problem.

1.F.4.  Except for the limited right of replacement or refund set forth
in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS' WITH NO OTHER
WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT LIMITED TO
WARRANTIES OF MERCHANTIBILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.

1.F.5.  Some states do not allow disclaimers of certain implied
warranties or the exclusion or limitation of certain types of damages.
If any disclaimer or limitation set forth in this agreement violates the
law of the state applicable to this agreement, the agreement shall be
interpreted to make the maximum disclaimer or limitation permitted by
the applicable state law.  The invalidity or unenforceability of any
provision of this agreement shall not void the remaining provisions.

1.F.6.  INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the
trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in accordance
with this agreement, and any volunteers associated with the production,
promotion and distribution of Project Gutenberg-tm electronic works,
harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees,
that arise directly or indirectly from any of the following which you do
or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm
work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any
Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause.


Section  2.  Information about the Mission of Project Gutenberg-tm

Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
electronic works in formats readable by the widest variety of computers
including obsolete, old, middle-aged and new computers.  It exists
because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
people in all walks of life.

Volunteers and financial support to provide volunteers with the
assistance they need, is critical to reaching Project Gutenberg-tm's
goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
remain freely available for generations to come.  In 2001, the Project
Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
and the Foundation web page at http://www.pglaf.org.


Section 3.  Information about the Project Gutenberg Literary Archive
Foundation

The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
Revenue Service.  The Foundation's EIN or federal tax identification
number is 64-6221541.  Its 501(c)(3) letter is posted at
http://pglaf.org/fundraising.  Contributions to the Project Gutenberg
Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
permitted by U.S. federal laws and your state's laws.

The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
throughout numerous locations.  Its business office is located at
809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
business@pglaf.org.  Email contact links and up to date contact
information can be found at the Foundation's web site and official
page at http://pglaf.org

For additional contact information:
     Dr. Gregory B. Newby
     Chief Executive and Director
     gbnewby@pglaf.org


Section 4.  Information about Donations to the Project Gutenberg
Literary Archive Foundation

Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
spread public support and donations to carry out its mission of
increasing the number of public domain and licensed works that can be
freely distributed in machine readable form accessible by the widest
array of equipment including outdated equipment.  Many small donations
($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
status with the IRS.

The Foundation is committed to complying with the laws regulating
charities and charitable donations in all 50 states of the United
States.  Compliance requirements are not uniform and it takes a
considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
with these requirements.  We do not solicit donations in locations
where we have not received written confirmation of compliance.  To
SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any
particular state visit http://pglaf.org

While we cannot and do not solicit contributions from states where we
have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
against accepting unsolicited donations from donors in such states who
approach us with offers to donate.

International donations are gratefully accepted, but we cannot make
any statements concerning tax treatment of donations received from
outside the United States.  U.S. laws alone swamp our small staff.

Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
methods and addresses.  Donations are accepted in a number of other
ways including checks, online payments and credit card donations.
To donate, please visit: http://pglaf.org/donate


Section 5.  General Information About Project Gutenberg-tm electronic
works.

Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg-tm
concept of a library of electronic works that could be freely shared
with anyone.  For thirty years, he produced and distributed Project
Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.


Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S.
unless a copyright notice is included.  Thus, we do not necessarily
keep eBooks in compliance with any particular paper edition.


Most people start at our Web site which has the main PG search facility:

     http://www.gutenberg.org

This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.
